Die Rolle der UN im Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 wird auch heutzutage von Historikern kritisch diskutiert. Denn während die Einen die Handlungen der UN als legitim ansehen, sind Andere der Meinung, dass das Eingreifen lediglich eine Formalität gewesen sei.

Der Anfang des Konfliktes

Bereits nach der Trennung des von den Japanern befreiten Koreas 1948 wurden UN-Truppen an der Grenze zwischen dem sozialistischen Norden und dem demokratischen Süden, dem 38. Breitengrad, aufgestellt. Ihre Aufgabe sollte es allerdings bis dahin nur sein, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und alle Änderungen der UN zu melden.

Als Truppen der nordkoreanischen Armee am 25. Juni 1950 die Grenze überschritten, wurde noch am selben Tag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrat einberufen, in der man entschied, an Nordkorea zu appellieren, die Kriegshandlungen wieder einzustellen. Zu dieser Zeit wollte man noch ein Provozieren der Unterstützer Nordkoreas, der Sowjetunion und der Volksrepublik China zu vermeiden.

Nachdem Nordkorea der Resolution der UN nicht folgte, brachten die Amerikaner am 27. Juni einen neuen Resolutionsentwurf ein, der ein militärisches Eingreifen ermöglichen sollte. Allerdings hatte zu diesem Zeitpunkt Präsident Truman bereits Luft- und Seestreitkräfte nach Korea entsandt, weshalb das Einbringen der Resolution aus Sicht der USA lediglich eine Formalität war.

Dennoch stimmte die Versammlung dem Vorschlag der Amerikaner zu und und übergab den USA auch gleich die Schirmherrschaft über die Handlungen der UN-Truppen. Daraufhin drängte die südkoreanische Armee mit Hilfe der UN Nordkoreas Truppen vom Juni bis zum September 1950 wieder über den 38. Breitengrad zurück und verhielt sich bis dahin noch defensiv.

Offensives Vorrücken

Am 7. Oktober 1950 verabschiedete die UN-Versammlung mit 45:5 Stimmen eine Resolution, die indirekt einen Einmarsch von UN-Truppen in Nordkorea erlaubte. Die von Amerika eingebrachte Resolution wurde allerdings ohne Abstimmungen mit dem Sicherheitsrat durchgebracht und verstießen somit gegen die Charta der UN. Außerdem hatte die Volksrepublik China damit gedroht, bei einer Überschreitung der Grenze von nicht-koreanischen Truppen intervenieren zu müssen.

Präsident Truman sah das Einrücken der UN-Truppen allerdings als einziges Mittel an, um das geteilte Korea wieder zu vereinen. In den USA glaubte man nicht, dass China wirklich intervenieren wollte – ein fataler Fehler, denn bereits am 19. Oktober 1950 standen sich UN-Truppen unter der Führung der USA und Abgesandte der chinesischen Armee an der Grenze zur Mandschurei gegenüber, was den Koreakrieg verschärfte und letztendlich zu einem Konflikt der Supermächte ausarten ließ.

Vermeidbare Fehler

Im Nachhinein wurden einige Fehler deutlich, die von der UN-Versammlung hätte vermieden werden können. Denn eigentlich wurde auf der Konferenz von Jalta am 11. Februar 1945 ja beschlossen, dass die UN die Bildung eines unabhängigen, aber geeinten Koreas unterstützen sollten.

Darum hätten jegliche Handlungen, die eine Verschärfung des Konfliktes bewirkten, unterbunden werden müssen, angefangen bei dem erst nachträglich sanktionierten Verschicken von Truppen durch die Amerikaner. Auch dass die UN-Versammlung die Befehlsgewalt über ihre Truppen abgaben, war eine unüberlegte Handlung auf Druck von Präsident Truman. Stattdessen hätte die UN-Versammlung sich stärker dafür einsetzen müssen, den Norden und den Süden an einen gemeinsamen Tisch zu bringen und Friedensgespräche zur Einigung des Landes zu fördern.

Stattdessen hat die UN sich von den Supermächten zu ihren eigenen Interessen verbiegen lassen und eine Verschärfung des Konfliktes dadurch befürwortet.