Im August 480 v. Chr. standen sich an den Thermopylen, einem Engpass zwischen Meer und Gebirge, wenige Hundert Spartaner (300 Fußsoldaten) unter Führung ihres Königs Leonidas einem riesigen persischen Heer (50.000 Krieger) unter dem Perserkönig Xerxes gegenüber. Als man Leonidas warnte, die persischen Bogenschützen seien so zahlreich, dass deren Pfeile die Sonne verdunkeln würden, antwortete Leonidas: „Dann kämpfen wir im Schatten!“ Ein sehr lakonischer Satz, typisch spartanisch.

Die Krieger der Antike

Die Spartaner, der Name wurde von ihrer Hauptstadt Sparta (auf der südgriechischen Halbinsel Peloponnes) abgeleitet, waren das Kriegervolk im antiken Griechenland. Ihr Leben galt der Einfachheit und Härte. Mit sieben Jahren wurden die Jungen aus den Familien genommen und in Kasernen zu Soldaten ausgebildet. Ihre Tage bestanden dann nur noch aus Drill, Disziplin und Gehorsam. Und Genügsamkeit – das Essen war wegen seiner Anspruchslosigkeit berüchtigt, vor allem die Blutsuppe. Auch die Mädchen wurden mit Härte und Körpertraining erzogen. Und bis in unsere Tage steht „spartanisch“ als Synonym für einfach, primitiv oder asketisch. Ist ein Zimmer spartanisch eingerichtet, so stehen dort nur Tisch, Stuhl und Bett. Die Spartaner galten in der Antike als absolute Elite-Soldaten, diszipliniert, mutig, bestens trainiert und ausgerüstet. König Xerxes musste dies während seines gescheiterten Angriffsfeldzuges gegen Griechenland nicht nur an den Thermopylen feststellen.

Ein Leben in der Kaserne

Die lakonischen Spartaner finden als berüchtigte Krieger noch heute Beachtung in Filmen wie "Spartacus" oder "Troja".

Die lakonischen Spartaner finden als berüchtigte Krieger noch heute Beachtung in Filmen wie „Spartacus“ oder „Troja“.

23 Jahre dauerte dieses kasernierte Leben mit täglichem Drill und Kampf, mit 30 war der Spartaner dann Vollbürger und durfte die Kaserne verlassen. Soldat blieb er bis zu seinem 60. Geburtstag. All das, wofür Athen bis heute berühmt ist, Philosophie, Demokratie, Literatur und Kunst, war in Sparta verpönt. Kein Wunder, dass heute fast nichts mehr an die Hauptstadt der Spartaner erinnert, keine großartigen Gebäude wie in Athen, die seit 2.500 Jahren viele Bewunderer anzieht. Sparta hatte nicht einmal eine Stadtmauer, das würde die Kampfbereitschaft der Krieger nur schwächen, so meinten deren Könige. Einer von ihnen, Leonidas, gilt aber bis in unsere Gegenwart als Sinnbild für Tapferkeit und Todesmut.

Die Spartaner – kämpfen statt reden

Die Spartaner, von ihnen lebten im 6. Jahrhundert v. Chr. nur etwa 8.000 Vollbürger, waren nicht nur die gefürchtesten Soldaten der antiken Mittelmeerwelt bekannt. Sie galten auch als wortkarg. Die lakonische Art zu reden, also sich kurz und knapp zu halten, war Teil ihres Selbstbildes als Krieger: Nicht reden, sondern kämpfen! Ein klares Gegenbild zu den athenischen Sophisten wie Isokrates. Der Begriff „lakonisch“ ist im Übrigen eine Ableitung von Lakonien, der Region auf dem Peloponnes, in der Sparta lag. Für diese lapidare Art zu reden, waren die Spartaner berühmt: Als König Philipp II. von Makedonien ihnen drohte: „Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Frauen zu Witwen werden!“ war die Antwort der Spartaner: „Wenn!“.