Unter dem Begriff Legasthenie, auch als Lese-Rechtschreib-Störung bekannt, wird ein Störungsbild bezeichnet, das die soziale Entwicklung einer betroffenen Persönlichkeit in großem Maße beeinflusst. Gekennzeichnet ist diese Störung durch eine im Vergleich zur Normgruppe erhöhte Fehlerzahl bei der Rechtschreibung und einem deutlich verringerten Lesetempo. Die Problematik hat eine sehr hohe Stabilität und nimmt ohne eine fachgerechte Behandlung in ihrer Intensität noch deutlich zu.

Ursachen der Legasthenie

Durch verschiedenste Untersuchungen und Studien zu diesem Thema, können nach heutigem Stand viele unterschiedliche Faktoren für das Auftreten einer Lese-Rechtschreib-Schwäche verantwortlich gemacht werden. Zum einen gibt es da die genetische Disposition. Es gibt Familienuntersuchungen, die belegen können, dass eine Legasthenie in einigen Familien gehäuft auftritt. Andere Studien zeigen eine Störung der visuellen oder auch akustischen Wahrnehmung bei den Betroffenen. Durch Untersuchungen konnte hier aufgezeigt werden, dass bestimmte Hirnareale bei Legasthenikern deutlich unteraktiviert sind.

Als Symptomatik einer Legasthenie können u.a. folgende Punkte aufgezählt werden:

  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Motorische Schwächen
  • Verkrampfte Körperhaltung
  • Unleserliches Schriftbild
  • Schnelle Ermüdung

Wie kann Legasthenie behandelt werden?

Legasthenie tritt in manchen Familien gehäuft auf

Legasthenie tritt in manchen Familien gehäuft auf

Als Therapie wird zumeist eine individuelle Therapieform gewählt, die auf dem jeweiligen Leistungsstand des Betroffenen basiert. Die Möglichkeiten reichen hier von schulischen und außerschulischen bis hin zu rein häuslichen Therapiemöglichkeiten. Zusätzlich ist meist eine Behandlung der Psyche mit angezeigt, um Misserfolge und Ängste des Versagens gut abfedern zu können. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie und zusätzlicher Ergotherapie können damit sowohl die visuellen und akustischen Probleme behandelt werden, als auch die motorischen und sensorischen Fähigkeiten verbessert werden.

Hilfsmittel für Legastheniker

Wichtig ist in jedem Falle immer ein optimales Lern- und Arbeitsumfeld für die Betroffenen zu schaffen. Alle Sinne sollten dabei ausreichend angesprochen sein. Als Arbeitsgerät ist ein Computer bestens geeignet, da einzelne Buchstaben und auch Größen hier optimal eingestellt werden können. Ein Rechtschreibprogramm bietet zudem die Möglichkeit, das Geschriebene stets Selbst korrigieren zu können. Spezielle Lernprogramme können helfen, die visuellen und akustischen Probleme zu mindern.