Ein rhetorisches Stilmittel ist eine sprachliche Darstellungsform, die sich von der allgemein üblichen Sprechweise unterscheidet. Stilmittel werden in Texten, wie z. B. Gedichten, Prosatexten sowie dramatischen Texten aber auch mündlich, wie z. B in einer Rede, eingesetzt, um beim Leser bzw. Zuhörer eine bestimmte Wirkung zu erzielen oder ihn zu beeinflussen. In unserem eigenen täglichen Sprachgebrauch verwenden wir auch häufig Stilmittel, um eine Aussage zu bekräftigen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Den Ursprung haben die rhetorischen Stilfiguren v. a. in der altgriechischen und lateinischen Dichtung.

Stilmittel

Ein rhetorisches Stilmittel ist eine sprachliche Darstellungsform, die sich von der allgemein üblichen Sprechweise unterscheidet.

Einige wichtige Stilmittel unter der Lupe

Stilmittel sind aus der Literatur nicht wegzudenken, ein guter Schriftsteller kann so auch sein Gespür für Sprache unter Beweis stellen. Sprachbilder machen eine Erzählung erst richtig anschaulich. Daher gehört die Metapher, mit der eine Eigenschaft bildhaft dargestellt wird, zu den wichtigsten Stilfiguren. „Er kämpft wie ein Löwe“ oder „Wüstenschiff“ für ein Kamel sind zwei Beispiele. Um den Kern einer Aussage zu unterstreichen wird oft die Anapher eingesetzt, bei der ein Wort oder eine Wortgruppe am Anfang von aufeinanderfolgenden Sätzen oder Satzteilen wiederholt wird. „Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll“ ist ein solches Stilmittel. Damit sich der Leser oder Zuhörer einen Satz besser einprägt, wird gerne die Alliteration benutzt. Hierbei beginnen mehrere Wörter in einem Satz mit demselben Buchstaben, wie bei „Milch macht müde Männer munter“. Das Stilmittel Hyperbel bedient sich der Übertreibung, um eine Aussage zu verstärken. Den Satz „Ich bin todmüde“ hat wohl jeder schon einmal gesagt. Bei einer Ellipse werden Sätze verkürzt, um die eigentliche Grundaussage in den Vordergrund zu stellen. Dieses Stilmittel findet sich oft in Redewendungen, wie bei „Ende gut, alles gut“. Personifizierungen vermenschlichen abstrakte Begriffe, um eine Beschreibung lebendiger zu gestalten. „Der Fuß des Berges“ oder „blinder Zufall“ sind Beispiele dafür. Auf rhetorische Fragen erwartet der Sprecher keine Antwort, sie dienen häufig der Provokation oder der Erregung von Aufmerksamkeit z. B. in einer Rede. Beispiel: „Sollte uns das nicht zu denken geben?“. Der Euphemismus ist eine Stilfigur, um etwas Negatives positiv zu umschreiben. Anstelle von sterben wird „das Zeitliche segnen“ oder „für immer einschlafen“ benutzt. Fügt man ein Wort, das sinngemäß schon im Substantiv enthalten ist, diesem hinzu, spricht man von Pleonasmus. Der Ausdruck ist dann quasi „doppelt gemoppelt“ wie bei „alter Greis“ oder „weißer Schimmel“. Die Ironie ist eine rhetorische Figur, die häufig auch in unserem täglichen Sprachgebrauch zu finden ist, man sagt etwas und meint eigentlich das Gegenteil, wie bei „Das ist ja eine schöne Bescherung!“.

Stilmittel in der Werbung

Man kann also sagen, dass so gut wie kein Text ohne rhetorische Stilmittel auskommt. Einige werden heute nicht mehr oder eher selten eingesetzt, man findet sie aber in altertümlichen Gedichten und Schriften, die sich eines heute unüblichen Sprachgebrauchs bedient haben. Viele Stilfiguren sind aber heute aktueller denn je und finden sich in fast jeder Werbung, ob im Radio, im Fernsehen oder auf Plakaten. Denn die Werbung zielt ja genau darauf ab, die Aufmerksamkeit des Empfängers zu wecken und ihn zu beeinflussen. Beispiele sind: „Actimel aktiviert Abwehrkräfte“(Alliteration), „Wohnst du noch oder lebst du schon?“(rhetorische Frage), „Heute ein König“(Ellipse), „Come to Marlboro Country“(Metapher).