Metonymie: Begriffsbestimmung.

Der Begriff Metonymie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Umbenennung“. Als Metonymie bezeichnet man in der Sprachwissenschaft ein rhetorisches Mittel, Art des Tropus, bei dem ein Ausdruck durch einen anderen aufgrund räumlicher, zeitlicher, kausaler oder logischer Beziehungen ersetzt wird. Zum Beispiel: das ganze Haus (für alle Bewohner), ein Glas trinken (für den Inhalt), Goethe lesen (für die Werke), Leder tragen (für Material) u. v. a. m. Die Metonymie ist ein wichtiges Mittel der semantischer Ökonomie, denn mit einem Wort, wie z. B.,Universität kann man das Gebäude, alle Beschäftigten und Studenten, die Institution und die Vertreter der Institution bezeichnen.

Andere Tropen

Tropen sind rhetorische Mittel für Ausdrücke mit übertragener Bedeutung, das sind u. a. Allegorie, Metapher, Emphase, Ironie, Litotes, Synekdoche, Euphemismus u. a. Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob Synekdoche als Teil der Metonymie oder als eigene Trope betrachtet werden soll.
Die Synekdoche bezeichnet:

  1. ein Teil für das Ganze: Er ist ein kluger Kopf (= Mensch),
  2. das Ganze für ein Teil: Amerika (= USA).

Als Metapher bezeichnet man Bedeutungsübertragung aufgrund der Ähnlichkeit. Hierbei spielt Personifikation bzw. Personifizierung (Vermenschlichung der Gegenstände oder Erscheinungen) eine große Rolle: der Himmel weint, das Wetter verspricht gut zu sein, die Krankheit packt einen Menschen usw. Metaphern dürfen mit Allegorien nicht verwechselt werden. Der Begriff Allegorie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Anderssprechen“. Allegorie wird oft als „fortgesetzte Metapher“ bezeichnet, da sie sich nicht auf das einzelne Wort, sondern auf Texte bzw. Sachverhalte bezieht.

Metapher und Metonymie

Es ist wichtig, die beiden Tropen zu Unterrichtszwecken auseinander zuhalten, damit Schüler es auch tun können. In der Sprachforschung findet man Überschneidungen der beiden rhetorischen Mittel. Die metonymische Struktur der Form (scharfes Messer), der Wirkung (scharfer Schnitt) und der Wahrnehmung (scharfer Schmerz) ist mit dem System metaphorischer Übertragungen eng verbunden (scharfes Wort, scharfes Argument, scharfes Urteil u. a. m.). Diachronische Sprachforschung weist auf die Kombination der Metapher und der Metonymie hin. Louis Goossen führte den Begriff Metaphtonymie ein, um die enge Verbundenheit zwischen Metapher und Metonymie hervorzuheben.

Metonymie in der Literatur

Amor und Venus werden oft als Metonymie verwendet, wenn man Liebe meint.

Amor und Venus werden oft als Metonymie verwendet, wenn man Liebe meint.

Die Begriffe Metapher und Metonymie werden nicht auf die Sprachwissenschaft beschränkt, man verwendet sie auch in der Literatur, in der Malerei u. a. bildenden Künsten.
Die Verwendung von metonymischen Ausdrücken ist bereits in der antiken Literatur bekannt. Man benutzte Götternamen für Konkreta oder Abstrakta (Amor und Venus für Liebe; Neptun für Meer u. a. m.) Am besten hat wohl der große deutsche Dichter G. E. Lessing dies zum Ausdruck gebracht:
Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? – Nein.
Wir wollen weniger erhoben,
Und fleißiger gelesen sein.
Alle Tropen spielen eine wichtige Rolle im Sprachgebrauch, denn sie tragen viel zur Bildhaftigkeit, Poetizität und Originalität des Ausdrucks bei.