Begriffsdefinition

Unter Tropen (Singular: Tropus oder Trope; von griechisch trópos = „Wendung“) versteht man in der klassischen Rhetorik Wörter mit übertragener Bedeutung. Im Gegensatz zum eigentlichen, begrifflichen Sprechen, bei dem genau das gesagt wird, was auch gemeint ist, erfolgt unter Verwendung von Tropen eine Verwandlung der Vorstellung in ein Bild, d. h. sie sind Ausdrucksmittel uneigentlichen Sprechens. In der Sprachwissenschaft werden die Tropen heute allgemein den rhetorischen Figuren zugerechnet.

Gemeinsamkeiten von Tropen

Allen Tropen ist gemein, dass ein semantischer Unterschied zwischen Gesagtem und Gemeintem, zwischen Bezeichnung und Bedeutung, besteht. Der Sinn der Verwendung von Tropen liegt üblicherweise in der Veranschaulichung des Gesagten.

Tropen als rhetorische Mittel

Tropen lassen sich bezüglich der semantischen Distanz zwischen Sagen und Meinen differenzieren. Bei Stilmitteln wie Periphrase, Litotes oder Metonymie ist die Distanz nicht so ausgeprägt wie bei der Metapher oder der Allegorie.
Bei den beiden letztgenannten rhetorischen Mitteln wird der gemeinte Wortsinn in einen anderen sprachlichen Bereich transferiert, z.B. „Löwe“ (Tier) für „Krieger“ (Berufsgruppe), wohingegen bei den zuerst genannten Stilmitteln noch eine deutliche Beziehung zwischen Sagen und Meinen besteht, gelegentlich sogar auf synonymer Ebene, wie z.B. in der Periphrase „Freitod“ für „Selbstmord“.

Tropen mit geringer semantischer Distanz

Die Metonymie ist – im Gegensatz zur Metapher – keine Vermittlung bildlicher Vorstellung. Das Gemeinte wird schlicht durch ein anderes Wort ersetzt, das in sehr enger Beziehung zum eigentlich Gemeinten steht. Typische Formen der Metonymie sind die Synekdoche (z.B. „Lenze“ für „(Lebens-)Jahre“, die Antonomasie (z.B. „Walzerkönig“ für Johann Strauß) oder das Appellativum (z.B. „Casanova“ für „großer Liebhaber“).

Tropen mit hoher semantischer Distanz

Die viel diskutierte Phrase "Schwarze Milch der Fühe" aus Paul Celans Todesfuge ist eine Metapher und gehört damit zu den Tropen.

Die viel diskutierte Phrase „Schwarze Milch der Fühe“ aus Paul Celans Todesfuge ist eine Metapher und gehört damit zu den Tropen.

Unter Metaphern (von griechisch metaphora = „Übertragung“) versteht man sprachliche Bilder, die eine gedankliche oder sprachliche Ähnlichkeit zum Gesagten zum Ausdruck bringen. Die „schwarze Milch der Frühe“ aus Paul Celans Gedicht „Todesfuge“ ist gutes Beispiel für eine ausgesprochen ausdrucksstarke Metapher.
Vielmehr noch als die Metapher übersetzt die Allegorie Gedachtes ins Bildhafte. Typisch für die Allegorie ist, dass das Bild oft erst durch Reflexion wieder entschlüsselt werden muss. So steht beispielsweise die „Justitia“ mit ihren geschlossenen Augen und der Waage in der Hand für „Gerechtigkeit“. Ebenso kann die „Jagd“ in geeignetem Kontext stellvertretend für die Eroberung einer Geliebten/eines Geliebten stehen. Der Liebende wird durch den Jäger, der zu Erobernde durch das Wild versinnbildlicht.