Wieviel verdient eigentlich mein Nachbar oder mein Chef – diese Frage haben Sie sich sicherlich schön des Öfteren gestellt. Meistens kann die Antwort nur schwer geschätzt werden oder bleibt gar ganz unbeantwortet. Dabei ist es mit etwas Fachwissen aus der Wirtschaft gar nicht so schwer das Gehalt des Kollegen, Chefs oder Nachbarn zu bestimmen.

Mit einem Durchschnitteinkommen von 2200 Euro liegen die Deutschen im internationalen Vergleich recht weit vorne, hierbei wurden unterschiedliche Lebenshaltungskosten, Inflationsraten und Währungsunterschiede schon berücksichtigt. Es scheint uns faktisch also gar nicht allzu schlecht zu gehen, wäre da nicht die allgegenwärtige, mediale Präsenz der Gewerkschaften und politisch Linksorientierten, die Ihren Unmut über zu hohe Differenzen in den Löhnen der Arbeiter und denen der unternehmerischen Führungsgarde breit machen. In diesem Sinne muss also die zentrale Fragestellung verfolgt werden, ob das Durchschnittseinkommen der Deutschen zu viel verspricht, weil der Durchschittwert die Extremwerte unberücksichtigt lässt und damit ein Teil der Gesellschaft am Existenzminmium liegt, wobei der andere Teil monatliche Gehälter in Anspruch nimmt, von denen manche nur träumen könnnen.

Gehaltsvergleich – aber wie?

In Deutschland gibt es Menschen mit 1 Euro Jobs, aber auch Manager mit Spitzengehältern.

In Deutschland gibt es Menschen mit 1 Euro Jobs, aber auch Manager mit Spitzengehältern.

Um der vorab angeführten Fragestellung gerecht zu werden, ist sicherlich ein Gehaltsvergleich von Nöten. Ein solcher Gehaltsvergleich zeigt, was der Otto Normal Verbraucher verdient und wer unter bzw. über diesem Durchschnitt liegt. Angefangen beim Verkäufer im Einzelhandel muss hier das Fazit gezogen werden, dass sich ein Verkäufer in aller Regel eher im unteren Quartil bei einem Gehaltsvergleich ansiedelt. Mit einem Bruttolohn von oft nicht mehr als 1500 Euro muss sich der Verkäufer mit einem einfachen Lebensstandard begnügen. Ziemlich zentral im Gehaltsvergleich mit etwa 2300 Euro Brutto liegt der Arbeiter bei größeren Unternehmen mit einer Betriebsgröße von mindestens 800 Mitarbeitern/innen. Im oberen Quartil des Gehaltsvergleich stehen fast ausschließlich Akademiker mit einer guten Bildung. Der Banker, Jurist, Arzt oder Ingenieur verdient im Schnitt 5000 Euro Brutto pro Monat, aber auch hier gibt es starke Schwankungen. Letztendlich darf aber nicht im Gehaltsvergleich vergessen werden, dass die Löhne auch immer vom Standort und weiteren Faktoren abhängig sind. So spielt auch die Größe des Unternehmens und die Tatsache, ob Gewerkschaften aktiv sind, eine wesentliche Rolle. Darüber hinaus kann es im Gehaltsvergleich dadurch bedingt zu Unterschieden kommen, dass viele Unternehmen zwischen Frauen und Männern unterscheiden. So erhalten Frauen bei der gleichen Leistung oftmals weniger Lohn als ein Mann. Zudem gibt es natürlich auch Extremwerte, bei denen manche Manager sechstellige Monatslöhne erhalten und sich andere Menschen mit sogenannten 1 € Jobs über Wasser halten müssen. Abschließend lässt sich also sagen, dass ein Gehaltsvergleich nicht so einfach zu machen ist. Es müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, damit das individuelle Gehalt bestimmt werden kann.