Der Otto Normal Verbraucher als Begriff ist umgangsprachlich eine Art Platzhalter für die stink normalen Bedürfnisse des Durchschnittsbürgers. Nicht mehr und nicht weniger sagt er aus!

Alles ist durchschnittlich, nichts Besonderes, nichts Außergewöhnliches und keine wie auch immer gearteten Attitüden. Doch gerade dies sticht viele in ihrer Selbsteinschätzung und Eitelkeit eben nichts besonderes zu sein, sondern einfach nur Durchschnitt und Mittelmaß. Dabei wehrt sich einfach das Unterbewusstsein, dass es doch etwas Besonderes doch auch in einer fiktiven Person wie dem Otto Normal Verbraucher geben muss.

Gerd Fröbe als Otto Normalverbraucher

In einer Wohlstandsgesellschaft, die so viel Wert darauf legt, dass ein hoher Grad von Individualisierung herrscht, da kann und darf es den Otto Normal Verbraucher gar nicht mehr geben. Denn das würde ja in Abrede stellen, was mit viel Energie und Werbung aufgebaut wurde: Jeder ist ein König, Prinz, Königin oder Prinzessin. Und das nicht erst seitdem es Harald Glöockler gibt. Der Otto Normal Verbraucher ist out. Denn eine Unmenge an Artikeln des täglichen Bedarfs und darüber hinaus auch mit Luxus- und Wohlfühlartikeln werden die Bedürfnisse der Individuen befriedigt. Doch gerade Gerd Fröbe verkörpert in dem Nachkriegsfilm von 1948 den Otto Normalverbraucher. In der „Berliner Ballade“ verkörpert er die Figur, die Otto Normalverbraucher heißt, die sich nach Kriegsende in seiner Heimatstadt Berlin wieder zurecht finden muss. Den ehemaligen Wehrmachtsoldaten plagen die Alltagssorgen. Sein Leben findet statt zwischen Lebensmittelkarten, Schwarzmarkt und Hehlerei. Irgendwie muss er sehen, dass er wie alle anderen auch, sich durchschlägt und die Mangel- und Hungerjahre nach dem Krieg heil übersteht. Daraus prägte sich der Begriff des Otto Normal Verbrauchers anhand der Einstufung auf den Lebensmittelkarten für Schwangere, Schwerstarbeiter und Normalverbraucher.

Synonyme für den Otto Normal Verbraucher

Erika Mustermann kennt jeder aus dem Proto-Beispiel für den Personalausweis. Aber sie ist scheinbar zu amtlich, als das sie wie der Otto Normal Verbraucher verwand wird. Dann doch lieber die Tilly von der Palmolive-Werbung für die Hände oder die Clementine von Ariel. Sie stehen ebenso synonym und fiktiv für die durchschnittlichen Bedürfnisse, aber diesmal der mit Hausarbeit geplagten Hausfrau. Allgemeiner Durchschnitt, damit muss sich jeder Einzelne in einer immer größer werdenden Menschheitsfamilie abfinden. Für einen Tag ein VIP sein, das ist sicher der Traum. Aber es gibt da nur das entweder oder. Switchen nach Belieben ist wohl nur eine Fantasie. So haben viele Länder Synonyme für den deutschen Otto Normalverbraucher:

a) USA den Joe Sixpack
b) Niederlande den Harry Hollande
c) Belgien den Piet Pietersen.

Alles Menschen mit IQ-Durschnitt und Mittelmaß.