Unter dem Wort Eugenik versteht man die Verwendung von wissenschaftlichen Konzepten auf die Gesundheits- und Bevölkerungspolitik um die prozentuale Rate der sich positiv auswirkenden Erbanlagen zu vergrößern, beziehungsweise um das negative Erbgut zu verringern, oder zu vernichten. Der Begriff Eugenik wurde von dem britischen Anthropologen Francis Galton geprägt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also zur Zeit des zweiten Weltkrieges, war dieses Gedankengut sehr weit verbreitet. Denn zu dieser Zeit wollte man in Deutschland das arische Erbgut verbreiten und das Erbgut der jüdischen Rasse verringern, da dieses als schlecht galt. Dies versteht man unter Rassenhygiene. Es wird zwischen der aktiven und der passiven Eugenik unterschieden, wobei es sich bei aktiver Eugenik um eine Art induzierten Völkermord und bei passiver Eugenik um eine Art von natürlicher Auslese handelt.

Francis Galton

Der Begriff Eugenik wurde von dem britischen Anthropologen Francis Galton geprägt.

Die biologischen Interpretationen

In gesellschaftlichen Diskussionen sind bis zum heutigen Datum die biologischen Interpretationen der Vererbungslehre, wie zum Beispiel die Vererbungslehre nach Mendel und auch die Theorie nach Lamarck, wichtig. Die lamarckistische Theorie beschäftigt sich mit der Vererbung von während der Lebenszeit erworbenen Eigenschaften. Sie wurde von dem aus Frankreich stammenden Biologen Jean-Baptiste de Lamarck begründet, der von 1744-1829 lebte. Diese Theorie wurde erst mit der Evolutionstheorie nach Charles Darwin nichtig und somit dementiert. Mendels Vererbungslehre hingegen begründete die Vererbung von genetischem Gut und der Weitergabe von genotypischen Eigenschaften in einem bestimmten Zahlenverhältnis. Wohingegen die Evolutionstheorie nach Darwin die Vererbung von sich positiv auswirkenden Merkmalen, die zum Überleben und zur Weiterentwicklung einer Spezies beitragen, und schlechte Eigenschaften durch die natürliche Auslese rückgebildet werden, begründet. Der Sozialdarwinismus fasst die Aspekte der natürlichen Selektion und somit auch der Auslese in Hinblick auf die ökonomischen, moralischen und sozialen Richtlinien. Darüber hinaus wird hierbei zwischen vermeintlich gutem und schlechtem Erbmaterial unterschieden, somit sollen gute Erbanlagen gefördert und schlechte ausgelöscht werden. Somit sind die Begriffe Eugenik und Sozialdarwinismus eng verwandt und beschreiben nahe liegende Theorien.

Die moderne Eugenik

Eugenik gibt es aber nicht nur im Zuge des Nationalsozialismus und in Hinblick auf den zweiten Weltkrieg, sondern auch zur heutigen Zeit. Zum Beispiel behaupten Kritiker, dass der Schwangerschaftsabbruch, aufgrund von Behinderungen oder Krankheiten, eine moderne Form der Eugenik sei. Generell ist ein deutlicher Wandel nach dem zweiten Weltkrieg im Bezug zur Eugenik zu erkennen, da der Umgang mit genetisch anders beziehungsweise benachteiligten Menschen und gesunden und sich ökonomisch positiv auswirkenden Menschen gleichgestellt wurde und im deutschen Grundgesetz verankert wurde. Dennoch ist dieses Gedankengut außerhalb von Europa noch weit verbreitet und in Schwellenländern auch noch akzeptiert.