Der in 1744 geborene französische Zoologe und Botaniker Jean-Baptiste Pierre Antoine de Monet, Chevalier de Lamarck war einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit. Als einer der Ersten überhaupt stelle er eine Evolutionstheorie auf und entwickelte damit ein Prinzip für die Erblichkeit. Des Weiteren prägte er den Begriff Biologie und begründete mit seinen Forschungen die heutige Zoologie der Invertebraten.

Lamarck

Lamarck war einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit.

Evolutionstheorie und Lamarckismus

Angefangen hatte er seine wissenschaftliche Karriere als Botaniker, in 1973 aber wurde er Professor am „Musée National d’Histoire Naturelle“ und begann dort seine Arbeit mit wirbellosen Tieren. Die Arbeit mit Fossilien und vielen weiteren Tiere brachte Lamarck auf die Idee, nicht jedes Lebewesen, wie es jetzt ist, ist auch so entstanden. Das Leben war also keine festgelegte Form. Seiner Meinung nach veränderten Tiere oder Pflanzen ihre Eigenschaften je nachdem in welcher Umgebung sie beheimatet sie waren. Als Beispiel für solch eine Veränderung benutzte er den Hals der Giraffe. Dieser solle sich über Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt haben, da Giraffen ihren Hals immer mehr strecken mussten, um an Futter zu kommen. Für ihn veränderte sich die Länge des Halses während der Lebenszeit und diese neu erworbene Eigenschaft wurde an die Nachkommen vererbt. So würden sich Arten entwickeln aber niemals aussterben. Nach demselben Prinzip würden auch bestimmte Organe verenden oder evolvieren, da sie entweder überflüssig sind und nicht gebraucht werden oder essentiell für das Überleben notwendig seien. Diese Theorie ist seit dem späten 19. Jahrhundert weithin bekannt als Lamarckismus.

Seine zweite Evolutionstheorie besagt, dass sich das Leben von einer simplen Form zu einer höheren, komplexeren Lebensform entwickelt. Sobald sich Organismen an ihre Umgebung anpassen würden, wäre eine Weiterentwicklung zu einem komplexeren Wesen von Natur aus garantiert. Diese Vervollkommnungstheorie besagt auch, dass je komplexer eine Art ist, desto älter muss sie sein, da ihre Evolution schon sehr weit fortgeschritten ist. Trotz vieler Widersprüche bezog er sich dabei auf eine sogenannte Urzeugung, bei der die Anfänge der existierenden Tiere und Pflanzen von der Natur hervorgebracht wurden. Chemisch gesehen wäre dies jedoch nicht möglich, da Leben nur aus vorhandenem Leben hervorgehen kann. Lamarck wurde von vielen seiner Zeitgenossen scharf kritisiert, da seine Theorien in einer Zeit vorgestellt wurden, als vor allem britische Naturalisten glaubten, dass die Natur nach Gottes Wille geschaffen wurde. Mit seinen Theorien stellte Lamarck dies in Frage und behauptet somit, die Natur würde von primitiven Einflüssen geformt werden.

Aus heutiger Sicht haben Lamarcks Theorien keinen Wahrheitsgehalt mehr, da sie durch in den Jahrhunderten folgenden Studien widerlegt werden konnten. So ist sein Prinzip der Weitervererbung von errungen Eigenschaften nicht möglich, da sich dabei die Gene eines Lebewesens verändern müssten, was biologisch und chemisch unmöglich ist. Der Naturforscher Mendel entdeckte die Regeln der Vererbung und Prinzipien der Genetik und konnte somit Lamarck Forschungen widerlegen. Jedoch gilt er weiterhin als eine evolutionäre Hauptfigur in der Geschichte der Biologie.