Als Nominativ wird im Deutschen – wie in den meisten anderen Sprachen – nicht nur die Grundform eines jeden Substantivs/Nomens bezeichnet, sondern gleichzeitig auch der erste Kasus der Deklination. Umgangssprachlich bezeichnet man ihn häufig einfach nur als ersten Fall oder auch als so genannten Wer-Fall. Doch was bedeutet das nun alles für den alltäglichen Sprachgebrauch? Wann und wie verwendet man den Nominativ in der Praxis und was unterscheidet ihn von anderen Fällen, wie dem Genitiv, Dativ oder Akkusativ?

Nominativ

Am leichtesten lässt sich der Nominativ wohl über seine umgangssprachliche Bezeichnung als Wer-Fall erklären.

Am leichtesten lässt sich der Nominativ wohl über seine umgangssprachliche Bezeichnung als Wer-Fall erklären, der Bezeichnung, unter der er zum Beispiel auch den Kindern in der Grundschule beigebracht wird. Denn die Bezeichnung Wer-Fall sagt eigentlich schon, was es mit dem Nominativ auf sich hat: Er zeigt im Satz an, wer etwas tut. Denn steht ein Nomen im ersten Kasus findet man es nicht nur in seiner Grundform vor, sondern man erkennt direkt, dass dieses Nomen die Handlung im Satz ausführt.

Ein Beispiel wäre der Satz „Das Kind spielt mit dem Ball“. Hier ist es das Kind, das etwas tut – es spielt mit dem Ball – und das Wort ‚Kind‘ steht im Nominativ. Doch wie erkennt man das? Indem man danach fragt: Wie es die Bezeichnung Wer-Fall bereits sagt, fragt man nach diesem Fall mit ‚wer?‘. Hier müsste die Frage nach dem Nomitativ also ‚Wer spielt mit dem Ball?‘ lauten und die Antwort wäre dementsprechend ‚das Kind‘. Nach dem einzigen anderen Substantiv im Satz, ‚Ball‘, kann man so nicht fragen, denn die Fragen ‚Mit wer spielt das Kind‘ ist eindeutig grammatikalisch falsch.

Damit ist der Nominativ auch der Fall, in dem das Subjekt eines jeden Satzes steht. Grundsätzlich ist dieser Fall daher der, in dem der Handlungsträger eines Satzes, also derjenige, der etwas tut, steht. Und damit ist er auch der im Deutschen am häufigsten verwendete Fall, denn jeder Satz im Deutschen benötigt einen Handlungsträger und wird der nun durch ein Substantiv repräsentiert, dann steht dieses grundsätzlich im Nominativ.

Das ‚praktische‘ am Nominativ ist, dass er im Grunde genommen keine Besonderheiten hat. Denn wie zuvor bereits gesagt, entspricht dieser Fall der Grundform des Substantivs, also genau der Form, die man auch in jedem Wörterbuch findet. Zumindest im Singular braucht man hier also nichts bei der Bildung des Nominativs zu beachten, lediglich im Plural, der Mehrzahl, muss man wissen, wie die Pluralform des jeweiligen Substantivs aussieht, da diese im Deutschen leider nicht regelmäßig sind. Weiß man jedoch einmal wie Grund- und Pluralform eines Substantivs aussehen, beherrscht man auch bereits den ersten Kasus.