Im Deutschen, sowie in den meisten Sprachen der Welt gibt es ein Kasussystem, wobei die Anzahl der Kasus von Sprache zu Sprache unterschiedlich ist. In einigen Sprachen gibt es zwei Kasus, in den anderen sechs oder sieben. Diese Anzahl der Kasus ist historisch bedingt, denn jede Sprach nahm im Laufe der Zeit eigene Entwicklung.

Im Deutschen werden auch Fälle genannt, denn das Wort „Kasus“ ist lateinischen Ursprungs und bedeutet „Fall“. Neben dem Nominativ (dem 1. Fall, dem Wer-Fall), dem Genitiv (dem 2. Fall, dem Wes-Fall), den und dem Akkusativ (dem 4. Fall, dem Wen-fall) gibt es im Deutschen den Dativ (den 3. Fall, den Wem-Fall).

 

Dativ

Der Dativ bezeichnet im Satz ein indirektes Objekt.

Der Dativ bezeichnet im Satz ein indirektes Objekt: Sie nimmt ihrem Sohn das Spielzeug weg und schenkt es dem Mädchen.

„Genitiv ins Wasser, denn es ist Dativ.“

Da der Gebrauch von Kasusformen im Deutschen nicht nur für die Nichtmuttersprachler niemals einfach ist, entstehen solche Sprüche (u.v.a.m.). Um verstehen zu können, wie man den Dativ gebraucht, kann man zunächst zum Objekt eine Frage stellen. Ist das die Frage wem? wie im o.g. Beispiel, so ist das ein Dativobjekt und steht dementsprechend im 3. Fall, im Wem-Fall.

Geben und nehmen

Den Gebrauch des Dativs merkt man sich am leichtesten, wenn man an geben und nehmen (verbal und nonverbal) denkt, denn viele Verben mit ähnlicher Bedeutung regieren den Dativ, mit Wort: sagen, mitteilen, gratulieren, erklären, verzeihen, vergeben und Tat: schenken, schicken, bringen, leihen, helfen, zeigen, gehorchen, gehören, passieren u. a. m. Auch einige Präpositionen verlangen den Dativ, z. B. solche, wie: mit, aus, entsprechend, entgegen, gegenüber, gemäß, nach, nahe, samt, seit, von, zu, bei u. a. m.

Allerdings sollte man hierbei beachten, dass einige Dativpräpositionen auch mit dem Akkusativ gebraucht werden können, wie: in, an, auf, vor, hinter, über, unter, neben, zwischen u. a. m. Um Dativ vom Akkusativ zu unterscheiden, ist es hilfreich, wenn man die entsprechende Frage nach dem Objekt stellt: Er geht (wohin?) ins Kino (Akkusativobjekt) bzw. Er ist (wo?) im Kino (Dativobjekt).

Der 3. Fall mag das „M“.

Eine weitere Eselsbrücke: bei männlichen Substantiven und denen sächlichen Geschlechts im Singular steht in diesem Fall das „M“: dem Vater, ihrem Sohn, zum Fenster, am Gebäude auf dem Dach usw.

Ein Spruch zum Schluss

Um sich einige Dativpräpositionen einprägen zu können, kann man sich diesen Spruch merken:
Mit, nach, von, seit, aus, zu, bei
verlangen immer Fall Nummer drei.