Der Genitiv stellt in der deutschen Grammatik, neben dem Nominativ (1. Fall), dem Dativ (3. Fall) und dem Akkusativ (4. Fall), den 2. Fall, auch Wesfall oder Wessenfall genannt, dar und gibt ein Besitz- oder Eigentumsverhältnis oder eine Zugehörigkeit zu etwas oder jemandem an. Beispiel: das Feld des Landwirts.

Genitiv

Das Nomen im Genitiv, welches als Genitivattribut bezeichnet wird, gibt in den meisten Fällen einen Besitzer an.

Des Landwirts steht im Genitiv. Das Nomen im Genitiv, welches als Genitivattribut bezeichnet wird, gibt in den meisten Fällen einen Besitzer an. Mit der Frage „Wessen Feld ist das?“ kann eben dieses Genitivattribut bestimmt werden.

Als Objekt- Kasus

Der 2. Fall wird in seiner Funktion als Genitiv des Objekts von typischen Verben, wie zum Beispiel sich (er)freuen, sich erinnern, sich bedienen, sich schämen etc., begleitet.

Beispiel:

  • Sie erfreut sich der Geburt ihres Kindes.
  • Er erinnert sich seines letzten Geburtstags.
  • Ich schäme mich meines Verhaltens.

Attributiv

Der 2. Fall kann als Attributiv dargestellt werden, welches abhängig vom Bezugswort ist. Der Genitiv kann hier sowohl vorangestellt, als auch nachgestellt sein. Der Nachgestellte wird üblicherweise im deutschen Sprachgebrauch benutzt.

Beispiel:

  • die Hand des Jungen.
  • der Stamm des Baumes.

Wäre dieser vorangestellt, sähe es wie folgt aus.

Beispiel:

  • meiner Schwester Schal.
  • meines Bruders Hose.

Insbesondere bei Personennamen unterbleibt der Artikel des Bezugwortes.

Beispiel:

  • Lenas Mütze.
  • Tims Fahrrad.

Bei Präpositionen

Die herkömmlichen und bekannten Präpositionen des Genitivs wie wegen oder während werden in der Umgangssprache häufig mit dem Dativ verwendet.

Beispiel:

  • Bei Verwendung des Dativs: Wegen dem Hund.
  • Bei Verwendung des Genitivs hingegen: Wegen des Hundes.

Beonderheiten des Genitivs

Endet ein Eigenname auf einen S- Laut und steht in keinem Zusammenhang mit einem Artikel oder Possessivpronomen, dann erhält dieser zur Kennzeichnung des Genitivs ein Apostroph.

Beispiel:

  • Lukas‘ Auto
  • Hans‘ Computer

Soll diese Schreibweise umgangen werden, kann eine veraltete Art und Weise den Genitiv in dieser Hinsicht darzustellen, genutzt werden, indem ein –ens angehängt wird.

Beispiel:

  • Lukasens Auto
  • Hansens Computer

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Genitiv mit einem Suffix gebildeten Adjektiv zu kennzeichnen. In diesem Fall wird das Suffix -sche als Adjektiv gebildet und ersetzt die übliche Darstellung des Genitivs.

Beispiel:

  • Das Gesetz des Herrn Mendel.
  • Das mendelsche Gesetz.

Bei manchen Substantiven kann ein „flüchtiges- e“ an ein Substantiv angehängt werden. Hierbei bleiben jedoch zweierlei Möglichkeiten.

Beispiel:

  • des Haus‘ – des Hauses
  • des Stuhls – des Stuhles
  • des Baums – des Baumes