Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei der Verwendung von Ressourcen sind heute in aller Munde. Der Schutz der bestehenden Ökosysteme bestimmt politische Entscheidungen ebenso wie die Entscheidungen des Einzelnen im täglichen Leben.

Umweltschutz als politischer Faktor

Doch Umweltschutz ist keine Idee der letzten Jahrzehnte. Schon die Bibel kennt Vorschriften zum nachhaltigen Wirtschaften. Die erste säkulare Vorschrift in Deutschland im 19ten Jahrhundert erlassen, um den zu jener Zeit romantisch verklärten Wald zu schützen und eine Knappheit der Ressource Holz zu verhindern.

In den 1970er Jahren wurde der Umweltschutz in Deutschland durch Greenpeace zu einer Bewegung der breiten Masse. Dabei lehnte man sich an die Arbeit des Sierra Clubs in den USA an. Spektakuläre Aktionen zur Rettung des Rheins fanden große Zustimmung in der Bevölkerung.

Seither wurden immer mehr Graswurzelbewegungen zum Schutz der Umwelt und der Förderung des Nachhaltigkeitsgedankens gegründet. Die sicherlich bekannteste ist die Anti-Atomkraft-Bewegung.

Die in der Folge gegründete Partei der Grünen brachte das Gedankengut des Umweltschutzes in die Politik. Während sie von den etablierten Parteien zunächst als zu weltfern wahrgenommen wurde, sorgte ein Umdenken in der Gesellschaft für ihren politischen Erfolg. Damit gelangte das Umweltbewusstsein und der Schutz der Ökosysteme in den politischen Diskurs. Inzwischen ist der Schutz des Ökosystems im Grundgesetz verankert.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Der Bio-Trend, der sich auch den Umweltschutz auf die Flagge schreibt, macht ökologische Landwirtschaft wieder attraktiv und profitabel.

Der Bio-Trend, der sich auch den Umweltschutz auf die Flagge schreibt, macht ökologische Landwirtschaft wieder attraktiv und profitabel.

Durch den hohen Stellenwert, den der Umweltschutz in der Politik und der Bevölkerung genießt, konnte die ökologische Landwirtschaft als neuer Industriezweig aufgebaut werden. Konsumenten entscheiden sich bewusst für ökologisch unbedenkliche Lebensmittel, um so ihre eigene Lebensgrundlage zu erhalten. Diese Entscheidung wurde in der Folge auch auf andere landwirtschaftlich produzierte Güter ausgeweitet.

Gleichzeitig mit der Veränderung der Produktion wurde die Wiederverwertung von Ressourcen gestärkt. Materialien werden bereits während der Produktion von Verbrauchsgütern so verarbeitet, dass sie sich trennen und zu neuen Produkten zusammensetzen lassen.

Nachdem die Umwälzungen in der Landwirtschaft erfolgreich verlaufen sind, folgt zur Zeit eine Erweiterung des Konzeptes der Nachhaltigkeit auf den sozialen Bereich. Kleidung wird zum Beispiel nicht mehr nur aus ökologisch produzierten Rohstoffen gewonnen, sondern die Lebensbedingungen der produzierenden Menschen sollen verbessert werden.

Zur gleichen Zeit wird die Nutzung erneuerbarer Energien gefördert. Dieses garantiert eine Schonung knapper Ressourcen wie Öl oder Kohle, deren Grundstoffe wie Wind oder Sonnenlicht noch dazu kostenlos zur Verfügung stehen. Im Angesicht drohender internationaler Konflikte um die Nutzung von Rohstoffen verspricht die Nutzung erneuerbarer Energien eine größere Unabhängigkeit und eine Sicherung der Lebensgrundlagen.

Durchdringendes Umdenken

Umweltschutz ist damit eine Philosophie, die alle Bereiche menschlichen Lebens und Zusammenlebens durchdringt. Ihr geht die Erkenntnis voraus, dass Ressourcen nicht unendlich verfügbar sind und daher möglichst schonend genutzt werden müssen.