Online studieren stellt eine Möglichkeit zur (berufsbegleitenden) Weiterbildung dar. Dabei wird begrifflich häufig nicht klar genug unterschieden zwischen einem Fernlehrgang, einem Fernkurs und einem echten Online Studium. Denn ein sechsmonatiger Master-Kurs führt logischerweise nicht zu einem Master-Abschluss, wie er in einem mehrjährigen Studium erworben wird.

Das Angebot an Online Fernstudiengängen gleicht dem der Universitäten, die Präsenzstudiengänge anbieten. Ausgenommen sind jedoch alle Studiengänge, in denen ein hoher praktischer Anteil zu absolvieren ist und/oder in denen der Umgang mit Menschen das Berufsbild prägt. Hierzu gehören zum Beispiel medizinische oder pädagogische Berufe. Für diese Bereiche werden eine Reihe von Online-Weiterbildungen angeboten, das Studium selbst muss dagegen an einer Präsenzuniversität erfolgen.

Online studieren kann jeder, der über die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife verfügt. Wer diese nicht vorweisen kann, hat die Möglichkeit einen entsprechenden Abschluss, wie etwa das Abitur, an einer Abendschule nachzuholen. Doch in vielen Fällen kann auch eine entsprechende berufliche Vorbildung für ein Online Studium qualifizieren. Generell gilt dies für alle, die einen Meistertitel erworben haben; Bewerber, die zum Beispiel aus kaufmännischen Berufen kommen, oder in der Verwaltung tätig sind und über eine mehrjährige erfolgreiche Berufspraxis verfügen, haben ebenfalls gute Chancen, online studieren zu können. Über die allgemeinen Zugangsvoraussetzungen informieren die Fernuniversitäten in den Beschreibungen der jeweiligen Studienfächer.

Online studieren erfordert viel Eigenmotivation.

Online studieren erfordert viel Eigenmotivation.

Wer online studieren möchte, sollte über ein hohes Maß an Eigenmotivation und über die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen verfügen. Teilnehmer an einem Online Studium erhalten regelmäßig die Studienunterlagen nach Hause geschickt und müssen diese dann innerhalb eines bestimmten Zeitraums bearbeiten und an ihre Betreuer zurücksenden. Der Kontakt zu Dozenten und anderen Teilnehmern erfolgt in der Regel über das Internet und über das Telefon.

Je nach Fernuniversität können verschiedene Formen der Kontaktaufnahme möglich sein: per E-Mail, Chat, über den E-Campus und anderes mehr. Darüber hinaus gibt es in größeren Abständen kurze Präsenzphasen, in denen entweder praktische Kenntnisse erworben oder theoretische Kenntnisse vertieft werden sollen. Auch Prüfungen werden in Präsenzphasen abgelegt. Die Präsenztage erfolgen in der Regel an dem Ort, an die Fernuniversität ihren Sitz hat.

Online studieren heißt auch, über das eigene Lerntempo wesentlich mitzubestimmen. Daher kann die Dauer stark variieren. Zwar werden in der Regel eine bestimmte Zahl von Semestern als durchschnittliche Studiendauer angegeben, doch kann diese auch verkürzt oder verlängert werden.

Hinsichtlich des Abschlusses muss man zwischen einer Berufsbezeichnung und einem akademischen Grad unterscheiden. Akademische Grade können nur von Hochschulen vergeben werden, wer an einer Berufsakademie studiert, erhält den Abschluss Bachelor als staatliche Abschlussbezeichnung.

Der Unterschied besteht darin, dass Studenten, die einen akademischen Bachelor-Grad erhalten haben, ohne weitere Prüfung durch die Universität zum Masterstudium zugelassen werden müssen, bei allen anderen kann die Hochschule über eine Zulassung frei entscheiden.