Berufsbegleitendes Studium – die duale Studienform

Vor der Entscheidung ist in jedem Fall davon auszugehen, dass für ein berufsbegleitendes Studium nach der täglichen Arbeitszeit noch viele Stunden für das Lernen nötig sind. Da sind Selbstdisziplin und Ausdauer unerlässlich und auf eine Familie kommen vorübergehend Zeiten mit Verzicht und Belastung zu.

Moderne Lern- und Lesetechniken können helfen effektiver zu studieren und ein vernünftiges Zeitmanagement schafft Freiräume für Zeit mit Freunden oder für die Familie. Zudem führen viele Wege zu einem erfolgreichen Studienabschluss. Bei einem Telekolleg z. B. kann man das Lernen für sich individuell angepasst an die persönliche Berufs- und Familiensituation organisieren, vorhandenes Wissen auffrischen oder staatlich anerkannte Schulabschlüsse als Voraussetzung für einen neuen Berufseinstieg sowie ein weiterführendes Studium erwerben.

Prinzipien des berufsbegleitenden Studiums

In Kooperation zwischen Student, Unternehmen und Bildungseinrichtung (Universität, Hochschule, Fachhochschule) wird in der Regel jeweils ein Ausbildungsvertrag bzw. eine ähnlich lautende Vereinbarung abgeschlossen, wie auch bei dem dualen Studium. Darin wird geregelt, wie der Student während der Studienzeit in seiner Firma gefördert wird, welches Stipendium er erhält und welche Verpflichtungen er gegenüber dem Unternehmen während der Studiendauer insbesondere in studienfreien Zeiten erfüllen muss. Das Unternehmen sichert in Übereinkunft mit der Bildungseinrichtung entsprechende Praktikumsaufgaben und praxisnahe Unterstützung. Die Hochschule ermöglicht den Zugang zu allen erforderlichen Bildungsveranstaltungen, stellt einen Mentor für fachliche und ggf. sozialpädagogische Begleitung der Studierenden.

Voraussetzungen und Zulassungsverfahren für ein berufsbegleitendes Studium

Wie bei jedem anderen Studium auch, ähneln sich die Zugangsbedingungen an Universitäten und Hochschulen. Als Voraussetzung gilt, dass die Bewerber eine gültige Hochschulzugangsberechtigung besitzen. Das kann ganz allgemein das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife sowie die Fachhochschulreife sein. Darüber hinaus existieren in allen Bundesländern Bestimmungen, die entsprechend der Hochschulgesetze und Verordnungen, für beruflich Qualifizierte ein Studium ohne Abitur gestatten. Allerdings ist es hierbei erforderlich den Nachweis einer Berufsausbildung sowie der Berufstätigkeit zu erbringen.

Wurde ein Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss im Rahmen einer Aufstiegsfortbildung (Weiterbildung) absolviert, gilt dieser genauso wie das Abitur als Zugangsberechtigung. Sind diese Bedingungen erfüllt ist dennoch davon auszugehen, dass die Studieneinrichtungen für ihre Studiengänge Zulassungsverfahren oder fachbezogenen Eignungsprüfungen (u. a. Sport-, Kunstwissenschaften) verlangen. Jeder Neustarter sollte sich im Vorfeld ausgiebig über die Möglichkeiten eines berufsbegleitenden Studiums bei verschiedenen Studieneinrichtungen informieren und eventuell an freiwilligen Vorkursen teilnehmen und Gespräche mit Dozenten nutzen.

Effekte des berufsbegleitenden Studiums

Haben sich der Studieninteressierte und der Arbeitgeber geeinigt, schätzen in der Regel beide die effektiven Möglichkeiten dieser Studienform. Der Arbeitgeber muss nicht über einen langen Zeitraum auf eine erfahrene Fachkraft verzichten und kann notwendige Ausfallzeiten langfristig einplanen. Der Studienwillige behält sein Einkommen und bleibt weiter in das Betriebsgeschehen involviert, behält vertraute soziale Kontakte und kann bei Bedarf auf fachliche Unterstützung aus seinem Arbeitsumfeld zählen.

Ein berufsbegleitendes Studium kann sowohl einer späteren Beförderung im jetzigen Fachgebiet oder einer totalen Veränderung dienen. Die im Ausbildungsvertrag involvierte Lehranstalt hat über die Firmen permanent Zulauf von Studenten, Zugriff auf Praktikumsplätze und mögliche Projektpartner.