Das Parallelogramm ist eine Figur der ebenen (euklidischen) Geometrie, und wie der Name bereits suggeriert, spielen dabei parallele Linien bzw. Parallelen eine wichtige Rolle. Um dem Leser ein Bild davon zu geben, gehen wir in unserer Fantasie zunächst einmal von einem Rechteck aus, das als Sonderfall auch ein Quadrat sein darf.
Wie beim Quadrat oder Rechteck bleibt auch im Parallelogramm die Summe aller vier Winkel 360 Grad. Die Verteilung der Winkel im Uhrzeigersinn beginnend an der oberen, rechten Ecke, wo unser Finger gedrückt hat, könnte jetzt z. B. so aussehen: 115°, 65°, 115°, 65°, also jeweils zwei benachbarte Winkel ergeben zusammen 180 Grad. Eine besondere geometrische Eigenschaft des Parallelogramms besteht darin, dass bei zunehmender Schrägstellung des Rahmens sowohl die Winkelsumme als auch die Seitenlängen immer konstant bleiben, aber die Fläche innerhalb des Parallelogramms wird dabei immer kleiner; im Extremfall, wenn wir den Rahmen vollständig umgeknickt haben, ist die Fläche gleich null. Damit haben wir nun noch einen Sonderfall erreicht: Das Parallelogramm ohne Fläche ist zu einer Linie geworden, innerhalb derer nun Winkel nicht mehr definiert sind, obwohl wir sehr wohl gesehen haben, dass beim totalen Wegkippen des Rahmens zwei Winkel 180 Grad erreicht haben und die anderen zwei Winkel zu null zugeklappt sind.

Abschließend, um Verwechslungen vorzubeugen, sollen noch zwei andere Linien bzw. Geraden vorgestellt werden: die Sekante und die Tangente. Erstere erklärt man am Besten im Beisein eines Kreises. Wenn wir die Gerade so zeichnen, dass sie den Kreis schneidet (an zwei Punkten), und sie muss dabei nicht durch den Mittelpunkt gehen, dann ist diese Gerade eine (Kreis)Sekante. Wenn wir die Gerade nun parallel verschieben, und zwar so lange, bis sie aus dem Kreis heraus wandert, aber eben gerade noch im letzten Moment den Kreisbogen in einem Punkt hauchdünn berührt, dann ist das eine Tangente.