In diesem Text soll es um eine Wortart innerhalb der natürlichen Sprachen gehen – um die sogenannten ‚Pronomen‘.

Was sind Pronomen?

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um Wortarten, die für (= pro) ein Nomen (Hauptwort) stehen. Sie sind sozusagen fester Bestandteil des Inventars einer (natürlichen) Sprache und erfüllen somit auch eine Funktion innerhalb der Grammatik einer Sprache. Nomen sind Hauptwörter oder Substantive wie zum Beispiel ‚Haus‘, ‚Baum‘, oder auch Eigennamen (Paul, Hanna, ..). Man bezeichnet Pronomen deswegen gelegentlich auch als ‚Fürwörter‘, weil sie für etwas stehen. Damit sind wir schon beim nächsten Punkt:

Welche Funktion erfüllen sie?

Pronomen haben die Funktion, auf etwas hinzuweisen oder stellvertretend für ein Nomen zu stehen. Es gibt aber verschiedene Arten von Pronomen, die unterschiedliche Eigenschaften haben. Außerdem haben sie die Funktion, eine „Referenz“ herzustellen. Sie beziehen sich auf ein im Vorfeld schon genanntes Individuum oder einen Sachverhalt. Würde man das Pronomen auslassen, dann wäre eine Lücke im Satz, welche ein fehlendes Subjekt oder Objekt oder anderes Satzglied kennzeichnen würde. Eine weitere – ganz pragmatische – Funktion von Pronomen ist, dass sie (besonders im Deutschen) platzsparend sein können. Anstelle von langen Nominalphrasen („Das kleine grüne Ferienhaus am See“) kann ein Pronomen („Es“) als „Stellvertreter“ sehr praktisch sein. In diesem Fall ist der Name der Kategorie etwas missverständlich, da nicht nur ein Nomen, sondern eine ganze Phrase ersetzt wird. Weitere funktionale Eigenschaften von Pronomen: Sie schaffen eine Beziehung (Relation) zwischen zwei Sätzen (Relativpronomen), sie weisen auf eine ganz bestimmte Sache/Person hin (Demonstrativpronomen). Sie können auch einen Fragesatz einleiten (Interrogativpronomen).

Welche Arten von Pronomen gibt es?

Im Deutschen gibt es eine ganze Anzahl an unterschiedlichen ‚Fürwörtern‘. Man unterscheidet unter Anderem zwischen:

  • Personalpronomen (z. B. „ich“, „er“, „wir“, „sie“, etc.)
  • Reflexivpronomoen (z. B. „sich“, „mich“, „uns“, etc.)
  • Demonstrativpronomen(z. B. „dieser“, „jener“)
  • Possessivpronomen (z. B. „sein“, „mein“, „euer“, etc.)
  • Interrogativpronomen (z. B. „wer“)
  • Relativpronomen (z. B. „welcher“, „der“, etc.

In anderen Sprachen wird das Pronomen manchmal auch als Suffix (Nachsilbe) adjungiert oder es wird wie im Italienischen teilweise einfach ausgelassen. Das Pronomen bleibt in solchen Fällen dann einfach „leer“. Dies ist aber nur in bestimmten („Pro-Drop“-)Sprachen möglich.