Grundsätzlich lässt sich jeder Satz nach seinen Satzgliedern bestimmen. Es gibt obligatorische Satzglieder, damit überhaupt ein sinnvoller Satz zustande kommt. Der einfachste deutsche Satz besteht aus Subjekt und Prädikat. Beispiel: „Er schenkt“. Nach dem Subjekt des Satzes fragt man mit „wer“ oder was“, was derjenige tut erfährt man aus dem Prädikat, das die Tätigkeit bezeichnet.

Ein weiteres wichtiges Satzglied im Deutschen ist das Objekt. Hier unterscheiden wir Dativ- und Akkusativobjekte, die sich mit „wem“ oder „wen“ erfragen lassen. Wir können obigen Satz erweitern mit: „Er schenkt das Buch“ und finden in „das Buch“ ein Akkusativobjekt vor. „Er schenkt das Buch der Mutter“ bringt uns noch die Information, wem er das Buch schenkt, haben wir an dieser Stelle also ein Dativobjekt. Die wichtigsten Satzglieder sind mit Subjekt, Prädikat und Objekt schon beieinander. Nun lässt sich unser Satz noch um zusätzliche Informationen zu Ort, Zeit, Art und Weise, Grund oder Zweck der Handlung erweitern. Das bedeutet, dass als Satzglieder nun noch die Adverbialbestimmung des Ortes (lokale Adverbialbestimmung), die der Zeit (temporale), der Art und Weise (kausale) usw. hinzukommen. So lässt sich unser Satz beispielsweise erweitern: „Er schenkt der Mutter das Buch im Garten“. Hier hätten wir eine adverbiale Bestimmung des Ortes.

Satzglieder in anderen Sprachen

Satzglieder gibt es in allen Sprachen, im Englischen ist die Stellung von Subjekt-Prädikat-Objekt zum Beispiel äußerst wichtig, um einen grammatikalisch richtigen Satz zu bilden. Im Russischen kann man die Satzglieder nahezu beliebig umsetzen, da die grammatischen Endungen immer wieder einen Hinweis darauf geben, was sich worauf bezieht. Satzglieder dürfen nicht mit Wortarten verwechselt werden.

Satzglieder vs. Wortarten

Wortarten gibt es 10 an der Stückzahl im Deutschen und sie können eingeteilt werden in veränderliche oder nicht veränderliche. Präpositionen, Konjunktionen oder Interjektionen sind unveränderlich. Substantive, Verben, Adverbien, Adjektive oder Pronomen hingegen können dekliniert oder konjugiert werden und damit in die vier Fälle bzw. die 6 Personalformen gesetzt werden.
Damit wäre bei unserem Satz oben „er“ ein Personalpronomen, männlich, 3. Person Einzahl, „schenkt“ ein Verb im Indikativ, Präsens, 3. Person Einzahl, „der“ ein bestimmter Artikel männlich, „Mutter“ ein Substantiv im Dativ, „das“ der bestimmte Artikel sächlich und „Buch“ ein weiteres Substantiv sächlichen Geschlechts, das in diesem Satz im 4. Fall steht.
Damit kann jeder Satz sowohl nach seinen Satzgliedern als auch nach den verwendeten Wortarten bestimmt werden und beide Kategorien dürfen nicht miteinander verwechselt werden.