Viele tun sich in der deutschen Sprache mit vermeintlichen Fremdbegriffen sehr schwer, denn wenn dann das Wort „Pronomen“ fällt, rollen manche schon mit den Augen und wissen nicht was gemeint ist. Die meisten ersetzen diesen Begriff nämlich durch das Wort „Fürwort“. Und im übertragenen Sinne ist es das auch und somit vermutlich leichter zu merken.

„Pro“ = „Für“

So lässt es sich wahrscheinlich am einfachsten merken. Ein Pronomen steht also für ein Wort oder besser „anstelle“ eines Wortes und zwar anstelle eines Nomens. Somit lässt sich der Begriff kinderleicht merken. „Pro“ steht für „Für“ und wenn man sich die Frage stellt „Wofür steht es?“ kommt man zu der Antwort „Für ein Nomen„.

Vorteile von Pronomen

Ein Autor verwendet Pronomen, um seinen Text geschmeidiger zu machen.

Ein Autor verwendet Pronomen, um seinen Text geschmeidiger zu machen.

Fürwörter ermöglichen es, ständige Wortwiederholungen zu vermeiden. Stellt man sich nur einmal vor, der Autor eines Buches würde schreiben: „Karl fand sich im Gebüsch wieder, nachdem Karl gestürzt war“. Ein guter Autor würde doch eher schreiben: „Karl fand sich im Gebüsch wieder, nachdem er gestürzt war“. Er vermeidet es in einem Satz zweimal „Karl“ zu schreiben und ersetzt das zweite „Karl“ durch das Wort „er“, da er im ersten Teil des Satzes die betreffende Person bereits eingeführt hat.

Man muss sich auch nicht unbedingt am Anfang des Satzes auf die Person beziehen. Die Bezugnahme kann auch schon Sätze vorher stattgefunden haben. Ein einfaches Beispiel: „Sophie legte sich in ihr Bett, um noch etwas zu lesen. Gespannt blätterte sie in den Seiten des Buches. Sie konnte es einfach nicht mehr aus den Händen legen“. Der Schreiber ersetzt den Namen „Sophie“ durch „sie“, um zu vermeiden, dass er ständig schreiben muss: „Sophie konnte …“ oder „Gespannt blätterte Sophie …“.

Unterschiedliche Pronomen

In der deutschen Sprache gibt es mehrere Arten von Pronomen. Hier eine Auflistung und ein kurzes Beispiel dafür:

Personalpronomen

Beispiel: Ich, du, er, sie, wir, ihr
Beispiel: Sophie las ein Buch. Sie las ein Buch.

Possessivpronomen

Beispiel: mein, dein, unser
aber auch: meine, deine, unsere
Hier drückt der Sprecher aus wem etwas gehört: „Das ist meine Tasche.“

Demonstrativpronomen

Beispiel: der, die, das, dieses, dieser, jener, jene, derjenige, dasjenige, dasselbe, dieselbe, derselbe
Diese weisen mit Nachdruck auf etwas bereits erwähntes, besonderes hin. Beispiel: „Gestern wurde mein Fahrrad geklaut. Das war bestimmt derselbe, der auch dein Fahrrad geklaut hat“.

Reflexivpronomen

Beispiel: mich, dich, sich, uns, euch

Indefinitpronomen

Beispiel: eine, alle, keine, jemand, niemand, manche, einige, andere

Interrogativpronomen

Beispiel: warum, wieso, weshalb, was, wer, wo

Relativpronomen

Beispiel: der, die, das, welcher, welches, welche, deren

Die Möglichkeiten, Pronomen anstelle von Nomen einzusetzen, sind somit endlos. Vielen war es wahrscheinlich gar nicht einmal bewusst, wie häufig sie Pronomen benutzen. Durch Pronomen klingt ein Text nicht nur schöner, sondern lässt sich auch fließender lesen.