Possessivpronomen werden auch Possessivbegleiter oder besitzanzeigende Fürwörter gennant. Es sind Pronomen, die eine Zugehörigkeit oder ein Besitzverhältnis zum Beziehungswort ausdrücken.

Wortformung und Gebrauch

Im Deutschen hat das Possessivpronomen einen zweifachen Bezug. Formal richtet es sich nach dem Beziehungswort. Das heißt, es steht in Kasus, Numerus und Genus in Kongruenz mit diesem. Gleichzeitig wird der Besitzer durch die Bildung begrifflich unterschiedlicher Possessivpronomen berücksichtigt. Das kann beim Erlernen der deutschen Sprache eine Herausforderung sein, da in vielen anderen Sprachen nur einer dieser Aspekte zur Wortformung des Possessivpronomens beiträgt.

Die deutschen Possessivpronomen sind folgende:

Singular:

1. Person: mein
2. Person: dein / Ihr
3. Person sein (Maskulinum) / ihr (Femininum) / sein (Neutrum)

In der 2. Person Singular gibt es für das deutsche Possessivpronomen eine zweite Form für die höfliche Anrede und in der 3. Person Singular existieren zwei unterschiedliche Formen, die sich nach dem Geschlecht des Besitzers richten. Dabei werden Maskulinum und Neutrum nicht unterschieden. In der 3. Person Singular kann der Besitzer, auf den sich das Possessivpronomen bezieht, ein Personalpronomen, ein Name oder ein Nomen bzw. eine Sache sein:

Sie wohnt hier. IHR Name ist Charlotte.
Er heißt Peter. SEIN Auto ist kaputt.
Das Buch ist neu. SEIN Titel klingt spannend.

Plural:

1. Person: unser
2. Person: euer / Ihr
3. Person: ihr

Auch hier gibt es eine Höflichkeitsform für die 2. Person.

Die Possessivpronomen werden nach Zahl und Geschlecht für folgende Fälle dekliniert:

Nominativ: mein Vater, meine Mutter, mein Haus, meine Eltern
Genitiv: meines Vaters, meiner Mutter, meines Hauses, meiner Eltern
Dativ: meinem Vater, meiner Mutter, meinem Haus, meinen Eltern
Akkusativ: meinen Vater, meine Mutter, mein Haus, meine Eltern

Syntax

Possessivpronomen werden in der Regel als Attribut gebraucht. Man spricht dann auch von einem Nomenbegleiter in Funktion eines Artikels. Sie können jedoch auch Nomen ersetzen, wenn das Beziehungswort bereits davor genannt wurde. Beim informellen Sprachstil ist das relativ häufig der Fall:

Ist das deine Mütze?
– Nein, meine liegt auf der Kommode.

Ich brauche einen Stift.
– Du kannst meinen haben.

Auch wenn das Possessivpronomen anstelle eines Nomens steht, muss es in Kasus, Numerus und Genus dekliniert werden.