Relativpronomen, die in der deutschen Sprache einige Tücken aufweisen, sind im Allgemein eher unbeliebt. In diesem Einleitungssatz finden Sie bereits einen Relativsatz plus dem einleitenden Relativpronomen (‚die‘), von welchem dieser Text handelt. Daran, dass auch der zweite Satz ein solches Pronomen (‚(von) welchem‘) enthält, lässt sich gut erkennen, das Relativsätze ein wichtiger Bestandteil der deutschen Sprache sind. Besonders im Schriftlichen verleihen Relativsätze dem Text mehr Ausdruck und verhelfen diesem so zu mehr Lesefluss.

Was sind Relativsätze?

Wie eingangs bereits erwähnt, leiten Relativpronomen sogenannte Relativsätze ein. Relativsätze sind reine Nebensätze, weswegen der altbekannte Basis-Satzbau eines Hauptsatzes, nämlich Subjekt-Prädikat-Objekt, hier nicht gilt. Das Verb wird an das Ende des Nebensatzes gestellt, das Relativpronomen an den Anfang; der Nebensatz selbst wird im Deutschen in Kommata eingefasst. Relativsätze haben die Funktion, ein Bezugswort in einem höher gestellten Satz näher zu erläutern. In aller Regel ist dieses Bezugswort ein Substantiv und dem Relativpronomen vorangestellt.

Wie setze ich dies grammatikalisch korrekt um?

Um sich mithilfe eines Relativsatzes auf ein Bezugswort zu beziehen, muss zuerst das korrekte Relativpronomen festgelegt werden. Und das ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Regeln beachtet:

(1) Genau genommen gibt es zwei Bezugswörter, nämlich zum einen das Bezugswort des Hauptsatzes, und zum anderen das Bezugswort der Erläuterung, um welche wir das Bezugswort des Hauptsatzes ergänzen möchten. Die Erläuterung wird durch das Relativpronomen in einen Nebensatz umgeformt, jedoch ist es einfacher, sich diese Information zuerst als eigenständigen Satz vorzustellen. Ein Beispiel: „Meine Freundin heißt Beate. Sie ist sehr tierlieb“. Hierbei ist das Bezugswort des Hauptsatzes offensichtlich ‚meine Freundin‘, das Bezugswort im (späteren) Nebensatz ist ’sie‘. Wozu dies wichtig ist, stellen die nächsten Punkte dar.

(2) Relativpronomen nehmen Geschlecht (Genus) und Numerus des Haupt-Bezugswortes an. Um diese also korrekt zu deklinieren, müssen wir ‚meine Freundin‘ als Singular und feminin erkennen. Das richtige Relativpronom wäre also in diesem Fall ‚die‘.

(3) Das Bezugswort des Nebensatzes zeigt uns an, in welchem „Fall“ (Kasus) das Relativpronomen steht. Wie wir dieses deklinieren, zeigt uns folgende Liste:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural
Nominativ der die das die
Akkusativ den die das die
Dativ dem der dem denen
Genitiv dessen deren dessen deren

(4) Nun müssen wir abschließend das Relativpronom an den Anfang und das Verb der Erläuterung an das Ende des Nebensatzes stellen:

‚Meine Freundin, die sehr tierlieb ist, heißt Beate.‘

Im Allgemeinen werden die Relativpronomen der (männlich, Singular), die (weiblich), das (neutral) und die (Plural) eingesetzt. Welcher, welche, welches und welche sind im deutschen Sprachgebrauch selten und finden ihre Verwendung eher im Schriftlichen, um Doppelungen zu vermeiden, wie folgendes Beispiel zeigt:

‚Mein Vater, der der Katze ihr Futter gab‘, wird zu: ‚Mein Vater, welcher der Katze ihr Futter gab‘.

Übung macht den Meister!