Im Jahr 2005 trat die Rechtschreibreform der deutschen Sprache endgültig in Kraft. Auch die Interpunktion war davon betroffen. Die bekannteste Veränderung war wohl, dass das Komma vor „und“ entfiel, das zuvor zwei Hauptsätze voneinander getrennt hatte. Aber auch andere Regelungen wurden verändert. Insgesamt ist die Interpunktion nun freier als zuvor.

Neuregelungen der Interpunktion im Zuge der Rechtschreibreform

Die Verbindung zweier Hauptsätze, Kommasetzung beim erweiterten Infinitiv und dem erweiterten Partizip sowie bei der wörtlichen Rede wurden im Zuge der Rechtschreibreform Neuregelungen bezüglich der Interpunktion unterworfen.

Bis 1996 bzw. 2005 (Ende der Übergangsphase) wurden zwei oder mehr mit „und“ oder „oder“ verbundene Hauptsätze mit einem Komma voneinander abgetrennt. Dieses Komma kann nun weggelassen werden, es sei denn, es ist aus Gründen der Verständlichkeit sinnvoll, ein Komma zu setzen.

Beim erweiterten Infinitiv entfällt das Komma vor und hinter der Infinitivkonstruktion nun ebenfalls, es sei denn aus Gründen der Lesbarkeit, der Verständlichkeit oder der Vermeidung von Missverständnissen ist es sinnvoll, diese Kommas doch zu setzen. Zuvor diente das Komma hier, um Missverständnisse zu vermeiden und zwei verschiedene Aussagen zu kennzeichnen. Von dieser Regelung gibt es allerdings formale Ausnahmen: Nach „statt“, „außer“, „ohne“ und „um“ zur Einleitung des erweiterten Infinitivs steht weiterhin ein Komma. Auch wenn der erweiterte Infinitiv von einem Substantiv abhängt, muss ein Komma gesetzt werden. Außerdem bedingen stützende Begriffe wie „dafür“ oder „dies“ ein Komma.

Nach dem erweiterten Partizip dagegen kann das Komma weiterhin gesetzt werden, muss aber nicht zwangsläufig. Eindeutiger sind die Regelungen zur Interpunktion bei der wörtlichen Rede. Hier entfällt das Komma nach den abschließenden Anführungszeichen, wenn danach eine Ergänzung wie „sagte er“ folgt.

Interpunktion zur Vermeidung von Missverständnissen

Die Neuregelung bei der Interpunktion ist nun noch freier und flexibler als zuvor. In den meisten Fällen obliegt es dem Schreiber, ob er ein Komma für sinnvoll erachtet. Grundsätzlich sollte ein Komma immer dann gesetzt werden, wenn es der Verständlichkeit, Lesbarkeit oder der Satzstruktur dient. Die Kommasetzung in der deutschen Sprache dient der Vermeidung von Missverständnissen.

Wenn ein Satz potenziell zwei Bedeutungen haben kann und lediglich das Komma diese voneinander unterscheidet, muss der Schreiber entscheiden, ob ein Komma gesetzt werden muss. Lediglich bei der Interpunktion nach der wörtlichen Rede ist die Regel eindeutig. Das Komma zwischen zwei mit „und“ verbundenen Hauptsätzen wurde bereits zuvor häufig weggelassen.