Unter Interpunktion wird in der Kommunikationstheorie nicht die Setzung von Satzzeichen verstanden. Kommunikationstheoretiker wie Paul Watzlawick verstehen unter Interpunktion subjektive Ausgangspunkte der Gesprächspartner während einer Kommunikationssituation, die potenziell zu Konflikten führen können. In Watzlawicks Theorie heißt es im 3. Axiom, dass die Natur einer kommunikativen Beziehung durch die Interpunktion in den Kommunikationsabläufen durch die Gesprächspartner bedingt ist.

Interpunktion nach Paul Watzlawick

Paul Watzlawicks Kommunikationstheorie besteht aus fünf Axiomen, von denen das erste „Man kann nicht nicht kommunizieren!“ wohl das bekannteste ist und seine Theorie oft darunter zusammengefasst wird. Im 3. Axiom beschreibt er die Natur einer Beziehung, die durch subjektive Annahmen in den Kommunikationsabläufen bestimmt ist. Sender und Empfänger strukturieren und interpretieren den Verlauf der Kommunikation unterschiedlich und werten ihre Aussagen oft nur als Reaktion auf die Aussagen des anderen. Aber eine Kommunikation ist mehr als nur Aktion und Reaktion. Die zwischenmenschliche Kommunikation ist vielmehr ein Kreislauf, ohne Anfang und Ende. Die Anfänge einer Kommunikation können nur subjektiv erfolgen. Die Ausgangspunkte sind eine Interpunktion nach Watzlawick.

Kommunikationskonflikte entstehen laut Watzlawick durch die unterschiedliche Interpretation von Kommunikation

Kommunikationskonflikte entstehen laut Watzlawick durch die unterschiedliche Interpretation von Kommunikation

Ereignisse, die den Anlass für eine Kommunikation oder deren weiteren Verlauf bilden, also letztendlich Aussagen einer der Gesprächspartner, sind eine Interpunktion bei Watzlawick. Eine Kommunikation ist also eine Kette von Interpunktion bei Watzlawick. Jeder Gesprächsteilnehmer hat einen unterschiedlichen Ausgangspunkt in der Kommunikation. Dadurch entstehen Konflikte. Oftmals wird als Beispiel ein Ehepaar genannt, das sich fortlaufend streitet. Die Ehefrau nörgelt, der Ehemann zieht sich zurück, die Ehefrau nörgelt. Dies beschreibt den Kreislauf der Kommunikation. Beide verstehen ihr Verhalten als Reaktion auf das Verhalten des anderen. Hierbei handelt es sich um Interpunktionskonflikte, die keinen Anfang und kein Ende haben. Interpunktion nach Watzlawick ist eine kreisförmig verlaufende Kette von Ereignisfolgen.

Kreisförmige Interpunktion nach Watzlawick und Kommunikation

Eine Kommunikation ist eine kreisförmige Aneinanderreihung von Interpunktion nach Watzlawick ohne Anfang und Ende. Jeder Gesprächspartner nimmt nur subjektiv seinen eigenen Ausgangspunkt wahr und versteht seine Aussagen als Reaktion auf die Aussagen anderer. Dadurch entstehen Konflikte in der Kommunikation. Dies unterstreicht den Beziehungsaspekt der menschlichen Kommunikation. Sender und Empfänger konstruieren eigene Realitäten, zwischen denen die Kommunikation abläuft.

Kommunikation ist weit mehr als nur der Austausch von Inhalten und Informationen. Interpunktion nach Watzlawick strukturiert die Kommunikation kreisförmig und bildet den subjektiven Ausgangspunkt für Gespräche. Ein kommunikatives Ereignis folgt auf das nächste. Interpunktion nach Watzlawick bestimmt daher unser (sprachliches) Handeln und konstruiert unsere Realität. Ohne Interpunktion nach Watzlawick wäre keine Kommunikation möglich.