Eine lebendige und interessante Sprache kann nur funktionieren, indem sie eine Vielzahl verschiedener rhetorischer Figuren und Stilmittel verwendet. In jeder Sprache gibt es viele Beispiele dafür, und sie zu verstehen und anwenden zu können bereichert Texte und Gespräche ungemein.

Sind rhetorische Figuren und Stilmittel das Gleiche?

Ja, insoweit als rhetorische Figuren Stilmittel der Sprache sind. Aber die volle Bandbreite der Stilmittel, mit denen in der Sprache gearbeitet werden kann, umfasst noch andere Varianten, die nicht zuletzt auch von der Textsorte abhängig sind. Speziell rhetorische Figuren sind lediglich eine einzelne, allerdings sehr große Facette davon.

Welches sind gut geeignete Beispiele?

Eine lebendige und interessante Sprache kann nur funktionieren, indem sie eine Vielzahl verschiedener rhetorischer Figuren und Stilmittel verwendet.

Eine lebendige und interessante Sprache kann nur funktionieren, indem sie eine Vielzahl verschiedener rhetorischer Figuren und Stilmittel verwendet.

Beispiele für bekannte rhetorische Stilmittel sind schnell gefunden:

  • Metapher: „Er war groß wie ein Baum.“
  • Akkumulation: „Sonne, Mond und Sterne.“
  • Alliteration: „Mit Mann und Maus“
  • Anapher: „Ich wünsche mir Ruhe. Ich wünsche mir Frieden.“
  • Euphemismus: „das Zeitliche segnen“ anstelle von „sterben“

Allerdings kann diese sehr kurze Liste unmöglich alle existierenden rhetorischen Figuren abdecken. Dies sind lediglich einige, ausgewählte Beispiele, um einen ersten Eindruck zu vermitteln.

Wo wendet man rhetorische Figuren an, und warum nutzt man sie überhaupt?

Um diese Frage kommt man nicht herum, genauso wenig, wie um rhetorische Figuren. Denn sie kommen tatsächlich überall in jeder Anwendung von Sprache vor. Alles vom Schulbuchtext bis hin zum alltäglichen Gespräch zwischen Nachbarn enthält rhetorische Stilmittel. Denn genau sie sind es, die einer Sprache erst ihre Vielfältigkeit verleihen. Aber wahrscheinlich sind solche Stilmittel dort schnellsten zu finden, wo sie in besonders hoher Zahl auftreten: in Gedichten und anderer Literatur. Und das man sie hier so gehäuft findet, hat einen guten Grund.

Vor Allem Gedichte sind eine sprachliche Kunstform. Und als solche benötigen sie einen als künstlerisches Ausdrucksmittel eingesetzten Sprachstil. Ob Metaphern, bildhafte Vergleiche, die dazu genutzt werden, die geschriebenen oder gesprochenen Worte anschaulicher zu machen, oder Euphemismen, die bestimmte Begriffe durch beschönigende Formulierungen ersetzen, letztendlich dienen alle rhetorischen Figuren dazu, einen Text für den Leser ansprechender und besser vorstellbar zu machen. Natürlich gibt es dabei auch Figuren, die dazu eingesetzt werden, eine bestimmte Form zu wahren. So bedienen sich beispielsweise Politiker gerne kurzer, sich überwiegend wiederholender Anaphern, mit denen sie ihre Forderungen eindringlich vortragen können. Kurzum, ohne rhetorische Figuren würde die gesamte über Sprache ablaufende Kommunikation nicht mehr funktionieren.