Das Schengen Information System (SIS) ist eine vernetzte, europäische und nicht öffentliche Datenbank die dem Informationsaustausch zwischen den Ermittlungsbehörden der Unterzeichnerstaaten desSchengen Abkommens von 1985 dient.

5 Länder, Deutschland, Frankreich und die Beneluxstaaten haben darin vereinbart, die Binnengrenzen und die damit verbundenen Grenzkontrollen aufzuheben zugunsten eines vereinfachten, innereuropäischen Verkehrs von Gütern und Personen innerhalb einer einzigen Aussengrenze. Ein entscheidender Vorteil für die EU Bürger ist die dadurch entstandene freie Wahl des Landes in dem sie leben und/oder arbeiten wollen. Namensgeber des Abkommens war das kleine luxemburgische Winzerdorf Schengen, welches unmittelbar an Frankreich und Deutschland stößt. An Bord des Ausflugschiffes „Princesse Marie Astrid“ haben die damaligen Außenminister das Abkommen unterzeichnet und somit eine Reihe von gemeinsamen Maßnahmen getroffen; die Schaffung des SIS war eine davon.

Reisefreiheit, Recht und erhöhter Sicherheitsanspruch

Damit der grenzenfreie Schengen-Raum auch funktionieren kann, haben die Mitgliedstaaten auch die Zusammenarbeit der jeweiligen Justizbehörden und Polizeidiensten vereinbart und verstärkt. Das SIS materialisiert diese Zusammenarbeit und gewährt das Speichern und den Austausch von Informationen über Personen sowie gestohlen gemeldeten Gegenständen, Fahrzeugen und Ausweispapieren.

    Auch bei Großveranstaltung mit internationalem Publikum greifen nationale Polizeibehörden gerne auf die Datenbanken des SIS zurück, um beispielsweise bekannte Unruhestifter ausfindig zu machen

Auch bei Großveranstaltung mit internationalem Publikum greifen nationale Polizeibehörden gerne auf die Datenbanken des SIS zurück, um beispielsweise bekannte Unruhestifter ausfindig zu machen

Personendaten, die über das SIS verfügbar gemacht werden können sind streng eingegrenzt in folgende Personen:

  • Angehörige eines Drittstaates (kein Land des Schengen Raums) sind und gegen die ein Einreiseverbot in das Schengen-Gebiet besteht
  • Personen, welche von Polizei und Justiz im Rahmen eines Strafverfahrens gesucht werden oder welche unter polizeilicher Überwachung stehen
  • Vermisste Personen, insbesondere Minderjährige und Kinder die sich der Obhut der Erziehungsberechtigten entzogen haben.

Über nationale Netze (N-SIS) speisen die Mitgliedstaaten das zentrale (C-SIS) Netz, an das sie angeschlossen sind und welches sich im französischen Strasbourg befindet. Ergänzend dazu besteht das SIRENE-Netz, die Benutzerschnittstelle des SIS.

SIS im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus

Das System wird vornehmlich im Kampf gegen die Drogenkriminalität, Menschenhandel, Terrorismus und Geldwäsche eingesetzt. Im Rahmen von nationalen Kontrollen bzw Kontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Raums können die zuständigen Zoll- und Polizeibehörden der jeweiligen Schengen-Länder anhand automatisierter Prozeduren die erforderlichen Informationen erfragen.

2013 soll das bestehende SIS um die Möglichkeit der Behandlung von biometrischen Daten ausgeweitet werden (SIS II).