Der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch war wichtiger Vetreter und Neurerer des Expressionismus in Europa. Im Expressionismus ging es um freien Umgang mit Farbe und Form, den u.a. Maler von Brücke und Blauer Reiter praktizierten oder die Fauvisten. Munch lebte von 1863 bis 1944.

Edvard Munch

Edvard Munch war wichtiger Vetreter und Neurerer des Expressionismus in Europa.

Neoromantische Anfangszeit

Edvard Munch begann im Realismus, hatte den Naturalisten Christian Krohg als Lehrer und orientierte sich auch an Frankreichs Künstlern. Die Bilder der 1890er Jahre waren lyrisch neoromantisch und mit Symbolismen versehene Gemälde, die oft Küsten darstellten. Er malte 1889 auch ein Porträt von Hans Jaeger, der zu einer Gruppe von Anarchisten der Christiania-Bohème gehörte. Edvard Munch ging es in seinen Darstellungen um Nahaufnahmen psychischer Verfassungen und des modernen Lebens. Seine eigene Existenz war geprägt von Höhen und Tiefen, die Folge seiner Bipolaren Störung waren.

Expressionistische Phase

Einsamkeit und Dekadenz wurden Hauptthemen von Edvard Munch. Schon 1891 entstanden erste Skizzen zu seinen bedeutendsten Werken, die „Der Schrei„, englisch „Scream“, betitelt wurden. Zwischen 1893 und 1910 schuf er vier Versionen davon, die eine Person auf einer Brücke mit aufgerissenem Mund darstellen. Munch interessierten Eindrücke der Seele. Edvard Munch hielt sich nun einige Zeit unter Intellektuellen in Berlin auf, wie auch der Dramatiker August Strindberg. Thematisiert wurden auch die Schriften von Friedrich Nietzsche. Munch begann u.a. an dem Thema Lebensfries zu arbeiten. Sein Stil wurde psychischer Realismus genannt. 1896 wandte sich Edvard Munch wieder Paris zu und traf auf August Strindberg. Hier entstanden nun zahlreiche Grafiken. Die Jahrhundetwende waren für ihn eine Phase des farbenfrohen Stils in Norwegen mit Bildern wie „Der Tanz“ und wieder Küstenlandschaften. Diese Schaffenzeit zählt zum Wichtigen des nordischen symbolistischen Expressionismus. 1902 wurde erstmals der ganze Lebenfries gezeigt.

Die späten Lebensjahre

Edvard Munchs Leben wurde zeitweilig stark von psychischen Faktoren und Beziehungsproblemen belastet, was er auch in seinen Gemälden darstellt. Daraus hervorgegangen hielt Munch sich zwischen 1902 und 1908 in Deutschland auf und tendierte zum Extrovertierten. Musste sich aber dann wieder wegen seiner psychischen Verfassung behandeln lassen. von 1909 bis zum Ende seines Lebens hielt sich Munch an mehreren Orten in Norwegen auf. Er wählte regelrecht die Isolation bis zu seinem Tod.