Unter einem binären Code versteht man die Darstellung von Informationen in Sequenzen von zwei verschiednen Symbolen wie beispielsweise wahr/falsch oder 0/1. Grundlage dieser Systematik ist das Dualsystem, das sich aus der lateinischen Vorsilbe „bi“ ableitet. Übersetzt bedeutet dies doppelt oder zwei.

Dadurch, dass mit zwei Zeichen unendlich viele Informationen in Form von Wörtern, Zahlen und Computerbefehlen dargestellt werden können, bildet der binäre Code die Grundlage der modernen Computertechnologie.

Aufgrund der Einfachheit der binären Codes bilden sie die Grundlage zur Verarbeitung digitaler Informationen. Im Laufe der Zeit haben sich die unterschiedlichsten Varianten von binären Codes entwickelt. Heute kennt man den Dualcode, den Maschinencode und den bekannten ASCII-Code, mit dem die unterschiedlichsten Zeichen und Symbole codiert werden. Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere Varianten des binären Codes.

Einsatzmöglichkeiten von binären Codes

  • Daten in Computern und auf elektronischen Speichermedien, bei Leistungsgebundener Datenübertragung oder Funktechnik (WLAN)
  • Hörbare Töne und Geräusche
  • Sichtbare Signale (Lichtzeichen)
  • Haptische Zeichen (Blindenschrift)

Vorreiter der modernen Computertechnologie

Untrennbar verbunden mit dem binären Code und dem Computer ist der Name Konrad Zuse. Bereits 1938 entwickelte Konrad Zuse, der sein Ingenieurstudium an der Technischen Universität Berlin 1935 abgeschlossen hatte, den ersten mechanisch angetriebenen Rechner Z1, der bereits Rechenwerk, Ein- und Ausgabewerk sowie ein Speicherwerk besaß. Wie bei „Erstentwicklungen“ schon mal üblich, hatte auch Konrad Zuses Z1 Probleme mit den mechanischen Schaltwerken und arbeitete nicht so sehr zuverlässig. Für diesen „Rechner“ entwickelte Konrad Zuse die Methode der computergerechten Gleitkommazahlen, mit dessen Methode heute noch jeder handelsübliche Taschenrechner und Tablett-Computer die Gleitkommazahlen verarbeitet.

Das Modell des Z1, das Konrad Zuse in den Achtziger Jahren aus seinen Erinnerungen nachbaute, ist heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin zu besichtigen. Das Original baute Zuse ursprünglich im Wohnzimmer seines Elternhauses, wo es während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde.

Im Laufe der Jahre entwickelte Konrad Zuse den ersten funktionierenden Computer der Welt – den Z3. Im Mai 1941 stellte er diese „Rechenmaschine“ der Öffentlichkeit vor. Es handelte sich hierbei um den ersten vollautomatischen Rechner mit einer zentralen Recheneinheit und einem Telefonrelais, der in binärere Gleitkommarechnung arbeitete.

Konrad Zuses Entwicklungen legten den Grundstein für die deutsche Computerindustrie. Der Nachfolger des Z3 – der Z4 – wurde von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt gefördert und war ein aus Relais aufgebauter elektromechanischer Rechner und im Jahr 1950 der einzige funktionierende Computer in Europa und der erste kommerzielle weltweit.

Weitere Entwicklungen von Konrad Zuse waren unter anderen auch der „Rechnende Raum“ und der „Graphomat Z64“. Viele der Erfindungen Zuses sind heute in verschiedenen Museen und Ausstellungen – zum Teil als Originale, zum Teil als Nachbauten – zu besichtigen.