Unter Theorie wird allgemein ein System von Aussagen verstanden, dass einen Ausschnitt der Realität erklärt und Prognosen für die Zukunft abgibt. Doch versteht jede Wissenstheorie etwas anders unter dem Begriff. In der Erkenntnistheorie und der Metaphysik werden Grundbegriffe und weiterführende Überlegungen zur Theorie oder zur Realität allgemein oder detailliert besprochen. Der Positivismus ist eine philosophische Richtung. Sie versteht unter einer Theorie, eine Aussage, die durch Beobachtungen überprüfbar ist. Die Beobachtung soll dann die Wahrheit oder Falschheit der Theorie aufzeigen. Bestimmte Aspekte des Positivismus wurden unter anderem von Karl Popper kritisiert.

 

Theorie

In der Logik ist die Theorie ein Modellfall einer abgeschlossenen Formelmenge.

In der Logik ist die Theorie ein Modellfall einer abgeschlossenen Formelmenge. Das ist der einfachste Fall. Üblich ist auch eine strenge und formale Definition der Theorie. Eine Menge von Aussagen in einer Sprache ist dann eine Theorie, wenn sie erfüllbar ist und jeder Satz der aus den Aussagen folgt, in diesen enthalten ist. Sie soll also wahr und widerspruchsfrei und abgeschlossen sein. Auftretende Probleme führten in den vergangenen Jahrzehnten zu neuen Definitionen. Es geht vor allem um die Präzision des Begriffs in der Bestätigung. Mit diesen Überlegungen sind Fragen zur Induktion, Kausalität und Wahrscheinlichkeit verbunden.

Die Skeptiker sehen nur empirische Aussagen als Theorien an. Abgelehnt wird hier die Definition oder die Tautologie. Die Ablehnung beruht auf der mangelnden Beweisbarkeit mit unserem heutigen Wissen. Diese Überlegungen gelten als spekulativ und gehören zu den Parawissenschaften. Hypothetische Aussagen über die Welt, die keine Beobachtung anbieten, die bestätigt oder widerlegt werden kann, gehören nach Vorstellung der Skeptiker zur Religion oder den Pseudowissenschaften.

Eine weitere Definition unterscheidet zwischen Alltagstheorien und der Wissenschaftstheorie. Der Wissenschaftstheorie werden dabei ein stärkeres Ausmaß an Bewusstheit, eine bessere Formulierung und ein größerer Umfang zu gerechnet. Dabei wird die Wissenschaftstheorie als deutlicher ausformuliert und als eine gut bestätigte Hypothese angesehen. Klassisch ist die Vorstellung, dass aus Aussagesystemen und Prognosen Handlungsvorschläge abgeleitet werden können. Die kritisch-rationale Schule sieht in Alltagstheorien und Wissenstheorien keinen Unterschied. Alle Theorien sind spekulativ. Aus ihrer Sicht dienen sie dazu Handlungsempfehlungen zu kritisieren. Theorie und Praxis gelten als Gegensätze. Dazu gehören die Grundannahmen.

Hier werden Aussagen über die Grundvorstellungen über die Realität gemacht. Meistens werden sie von den Vorstellungen des Wissenschaftlers beeinflusst, wie er die Welt in kosmologischer, biologischer, transzendenter oder anthropologischer Sicht sieht. Grundbegriffe sind Bausteine des Aussagensystems. Das sind etwa physikalische Größen. Als Theoriekern gelten beschreibende oder erklärende Aussagen wie etwa Hypothesen oder Wenn-Dann-Formulierungen.

Auch Prognosen können hier auftauchen. Werden Hypothesen mit Indikatoren messbar gemacht, um sie zu überprüfen, dann gilt das als Messkonzept. Ein weiterer Bestandteil sind die empirischen Belege. Sie sollen bestätigen oder widerlegen.
Wissenstheorien enthalten diese Bestandteile in unterschiedlichem Ausmaß und werden unterschiedlich gewichtet.