Sir Karl Popper ist ein Philosoph, der am 28.06.1902 in Wien das Licht der Welt erblickte und am 17. September 1994 in London starb. Queen Elisabeth II hat ihn 1965 aufgrund seines Lebenswerks zum Ritter geschlagen. Seitdem führt er den Titel Sir in seinem Namen.

Ein unermüdlicher Philosoph auf der Suche nach Wahrheiten

Popper

Karl Popper hat sein ganzes Leben damit verbracht, unermüdlich zu lernen und zu forschen und eigene Ideen zu entwickeln.

Karl Popper hat sein ganzes Leben damit verbracht, unermüdlich zu lernen und zu forschen und eigene Ideen zu entwickeln. Er begann schon im zarten Alter von nur 16 Jahren, als Gasthörer erste Vorlesungen an der Universität in Wien anzuhören und interessierte sich bereits damals für Philosophie, Mathematik, Geschichte, Physik in der Theorie und Psychologie. 1920 begann Popper das eigentliche Studium und engagierte sich gleichzeitig sehr in der linken politischen Bewegung seiner Zeit. Popper wurde von vielen bekannten geistigen Größen, denen er begegnete, beeinflusst und nahm ihr Gedankengut in seine eigene Logik auf, um es für das eine oder andere persönlich entwickelte Modell eventuell hypothetisch zu nutzen. Um nur einige davon zu nennen, gehörten dazu beispielsweise Alfred Adler in Bezug auf die Individualpsychologie, die Physiker Erwin Schrödinger, Bertrand Russel und Niels Bohr, Theodor W. Adorno, mit dem es aufgrund des Popper unterstellten Positivismus heftige Diskussionen gab. Sir Karl Popper schrieb zahlreiche Bücher, teilweise auch gemeinsam mit anderen bekannten Wissenschaftlern wie beispielsweise „Das Ich und sein Gehirn“ mit John C. Eccles zusammen oder „Die Zukunft ist offen“ zusammen mit Konrad Lorenz.

Karl Popper und der Fallibilismus

Nur ein Bereich der Philosophie, nämlich der Fallibilismus, soll hier einmal deutlich machen, wie wegweisend dieser große Philosoph immer gewesen ist. Der Fallibilismus gehört zum Kritischen Rationalismus. Die Kernaussage besteht darin, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt, sondern nur Erkenntnisse, die bisher nicht negiert worden sind. Das bedeutet nicht, dass diese Erkenntnisse nicht wahr sein könnten und es bedeutet nach Popper auch nicht, dass alle Erkenntnisse relativ sein müssen.

Ein kleines Beispiel in einem der bekannten Filme über die Denkweise von Sir Karl Popper soll das verdeutlichen. Der Betrachter schaut auf einen Teich, auf dem viele weiße Schwäne schwimmen. „Alle Schwäne sind weiß“, sagt eine Stimme, und dann schwenkt die Kamera auf einen schwarzen Schwan.

Bild: LSE Library