Fremdwörter sind Wörter, die aus einer anderen Sprache ins Deutsche übernommen wurden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der deutschen Sprache und werden sowohl fachspezifisch, als auch im Alltag verwendet.

Merkmale und Entwicklung von Fremdwörtern

Im Gegensatz zu Lehnwörtern, welche zumeist vollkommen an den Sprachgebrauch der jeweiligen Zielsprache angepasst sind, lassen sich Fremdwörter an verschiedenen Merkmalen erkennen. Dazu gehören Betonungen, Flexion, Schreibung, Lautstand und Wortbildung. Durch diese Auffälligkeiten wirken entsprechende Wörter oft „fremd“. So weiß man beispielsweise bei dem Wort „Implikation“, welches vom lateinischen „implicare“ kommt, direkt, dass es sich um ein Wort handelt, welches seinen Ursprung nicht in der deutschen Sprache hat.

Fremdwörter gibt es in jeder Sprache. So wird z.b. im englischen das Wort Rucksack benutzt

Fremdwörter gibt es in jeder Sprache. So wird z.b. im englischen das Wort Rucksack benutzt

Fremdwörter sind ein natürlicher Bestandteil der Sprachentwicklung. Vor allem durch Völkerwanderungen und die Globalisierung fließen immer mehr Wörter in andere Sprachen ein. So sind in den letzten 60 Jahren viele englische Worte in den deutschen Sprachgebrauch aufgenommen worden, was unter anderem auch daran liegt, dass Englisch sich zur Weltsprache entwickelt hat. Das Internet spielt bei dieser Entwicklung auch eine große Rolle, da man sich im Netz oft auf Englisch verständigt. Es gibt jedoch auch einige deutsche Wörter, die im Englischen verwendet werden wie Kindergarten, Rucksack oder Doppelgänger.

Fremdwörter: Fluch oder Segen?

In vielen Fachsprachen sind Fremdwörter heutzutage unabdingbar. In der Medizin werden sie zum Beispiel benötigt, um bestimmte Fachbegriffe genau zu definieren. Auch in der Fliegersprache, der Jägersprache oder der juristischen Fachsprache werden spezielle Begriffe verwendet, die im normalen Sprachgebrauch nur selten oder überhaupt nicht verwendet werden.

Da Sprache tief in der Kultur eines Landes verwurzelt ist, kämpfen immer mehr Menschen und Organisationen für eine Wahrung der Landessprache. In Frankreich, Polen, Ungarn, Rumänien und Schweden wurden entsprechende Sprachschutzgesetze bereits verabschiedet. So müssen in Frankreich alle Plakate, Aufschriften, Arbeitsverträge, Anzeigen und Verträge in französischer Sprache verfasst sein. Weitere Paragraphen regeln die Verwendung von Fremdwörtern in Schulen und anderen Bereichen. In Deutschland wird ein solches Sprachschutzgesetz jedoch mehrheitlich abgelehnt.