In der Kosten-und Leistungsrechnung (KLR) werden zwei Verfahren unterschieden, die sich durch die Art der Verrechnung der leistungsbezogenen Kosten unterscheiden. In der Teilkostenrechnung werden einem Kostenträger nur die leistungsbezogenen (variablen) Kosten zugerechnet, wohingegen die Vollkostenrechnung sämtliche betriebsabhängigen sowie betriebsunabhängigen Kosten ansetzt.

Kostenarten und Vorgehensweise in der Teilkostenrechnung

Kosten lassen sich nach verschiedenen Kriterien gliedern und beschreiben; dies ist die Aufgabe der Kostenartenrechnung. Besonders wichtig sind hierbei die Unterscheidungen in fixe und variable Kosten sowie Einzel- und Gemeinkosten. Die Teilkostenrechnung übernimmt aus der Kostenartenrechnung nur variable Kosten, Einzelkosten bzw. direkt zuordenbare Gemeinkosten und rechnet sie verursachungsgerecht einem Kostenträger zu. Somit werden nur beschäftigungsabhängige Kosten angesetzt. Sämtliche Gemeinkosten oder Fixkosten, die auch unabhängig von einem Auftrag anfallen würden, werden hingegen nicht übernommen.

Grundsätzlich werden zwei Grundtypen der Teilkostenrechnungssysteme unterschieden. Einerseits können Systeme betrachtet werden, die auf die Trennung von variablen und fixen Kosten setzen und eine Berechnung der Kosten in Abhängigkeit von der Beschäftigung vornehmen (Direct Costing). Andererseits gibt es Konzepte, die auf einer Unterscheidung von Einzel- und Gemeinkosten beruhen (relative Deckungsbeitragsrechnung).

Vorteile der Teilkostenrechnung

Die grundlegende Unterscheidung der variablen und fixen Kosten ermöglicht es, einem Auftrag nur die direkt verbundenen Gemeinkosten zuzuordnen. Ziel ist es, ein Verfahren anzuwenden, das

  • Kosten verursachungsgerecht zuordnet,
  • eine Kostendeckung der leistungsbezogenen Kosten ermöglicht und
  • eine flexible, wettbewerbsfähige Preissetzung gestattet.

Die Teilkostenrechnung konzentriert sich somit auf die relevanten Einzel- und Gemeinkosten, die durch einen Auftrag selbst entstehen. Nur diese Kosten müssen gedeckt sein und sind für die Setzung einer kurzfristigen unteren Preisgrenze relevant. Somit kann ein Unternehmen kostendeckende Preise für zusätzliche Aufträge kalkulieren oder unter starkem Konkurrenzdruck länger wettbewerbsfähige Preise verlangen.

Besonders geeignet sind Teilkostenkonzepte bei Entscheidungen zu:

  • Mindestabsatzmengen
  • Preisuntergrenzen
  • Zusatzaufträgen
  • Make-or-Buy-Entscheidungen
  • optimalen Produktionsprogrammen und
  • Engpassproblemen

Nachteile der Teilkostenrechnung

Der Nachteil der Teilkostenrechnung ist, dass einem Unternehmen je nach Branche für die Erhaltung der Betriebsbereitschaft erhebliche Gemein- und Fixkosten für Verwaltung und Vertrieb anfallen. Fixe Kosten aber werden nicht wie in der Vollkostenrechnung über Zuschlagssätze in der Kalkulation berücksichtigt, sondern müssen aus den Überschüssen der Erlöse über die jeweiligen variablen Kosten gedeckt werden. Die Gefahr, Verluste zu machen und illiquide zu werden, steigt, indem man sich bei der Preissetzung nur auf einen Teil der wirklichen Kosten konzentriert.

Direct Costing

Beim Direct Costing wird ein Deckungsbeitrag aus der Differenz zwischen dem Erlös und den variablen Kosten errechnet. Den Deckungsbeitrag einer Produkteinheit nennt man Stückdeckungsbeitrag.

Für ein Unternehmen ist es wichtig zu wissen, welche Mindestabsatzmenge notwendig ist, um bei einem gegebenen Marktpreis Gewinne zu machen bzw. aus der Verlustzone zu kommen. Dieser break-even-Punkt wird rechnerisch gefunden, indem die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag dividiert werden.

Im Direct Costing werden die Kosten in Abhängigkeit von der Beschäftigung berechnet und anschließend den Fixkosten gegenübergestellt, um so ein positives Betriebsergebnis zu erzielen.