Das Tempus (lat. für Zeit) gibt die zeitliche Lage einer Situation in einem Satz an. Er wird daher auch Zeitform genannt. Die meisten Sprachen haben die drei Zeitstufen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Es gibt jedoch auch Sprachsysteme mit weniger oder mehr Unterscheidungen. Die Bedeutung der verschiedenen Zeiten ist abhängig vom jeweiligen Sprachsystem. Der Tempus darf daher nicht immer aus anderen Fremdsprachen mit dem Tempus der Deutschen Sprache verglichen oder übertragen werden.

Zeitebenen

Theoretisch existieren drei Hauptzeiten (Zeitstufen) oder absolute Zeitebenen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unter diesen Hauptzeiten werden präzisere Zeiten angegeben und definiert. In der Deutschen Sprache gibt es sechs Zeitformen (Tempus):

  • Plusquamperfekt (Vor-Vergangenheit)
  • Präteritum (Vergangenheit)
  • Perfekt (Vor-Gegenwart)
  • Präsens (Gegenwart)
  • Futur II (Vor-Zukunft)
  • Futur I (Nach-Zukunft)

Erläuterung der einzelnen Zeitstufen (Tempora)

Die Vergangenheit

Die Vergangenheit hat zwei Zeitstufen. Perfekt und Imperfekt bildet ein Tempus, während das Plusquamperfekt das andere darstellt. Der Unterschied der beiden Zeitformen Perfekt und Präteritum liegt in ihrer Verwendung. Das Perfekt wird generell beim Kommunizieren mit einem Gesprächspartner benutzt, dem man etwas aus der Vergangenheit erzählen möchte z.B. „Ich bin gestern einkaufen gegangen.“ Das Perfekt im Satz wird hier mit einem Verb und einem Hilfsverb (bin) gebildet.

Das Präteritum findet sich überwiegend in geschriebenen Texten (Zeitungen, Literatur, Bücher) und im Fernsehen und Radio (Nachrichten) wieder. Hier wird das Präteritum immer mit einem Verb gebildet. „Ich kaufte gestern ein.“

Das Plusquamperfekt ist eine besondere Vergangenheitsform. Es beschreibt eine Situation, die vor dem Perfekt oder dem Präteritum passiert ist. „Ich bin einkaufen gegangen und hatte vergessen das Auto abzuschließen, als plötzlich jemand damit wegfuhr.“

Die Gegenwart

Die Wahl des Tempus positioniert das Erzählte in der Zeit. 'Es war einmal' heißt: Es ist lange vergangen.

Die Wahl des Tempus positioniert das Erzählte in der Zeit. ‚Es war einmal‘ heißt: Es ist lange vergangen.

Das Präsens (Gegenwart) drückt eine Situation aus…
…jetzt gerade passiert: „Ich sitze im Auto.“
…was in der Vergangeheit angefangen hat und bis jetzt andauert: „Ich kann schon seit zwei Jahren Auto fahren.“
…was für immer gilt: „Die Sonne ist heiß.“
…was noch passieren wird: „Ich fahre morgen nach Berlin.“

Die Zukunft

Die Zukunft wird häufig mit dem Präsens und einem Zeitwort wie z.B. in einer halben Stunde, später, heute Abend, nächstes Jahr, gebildet. Das Futur I wird benutzt bei Plänen: „Ich werde morgen Auto fahren.“ Bei Versprechungen: „Ich werde immer vorsichtig Auto fahren.“ Bei Aufforderungen: „Du wirst sofort wegfahren!“ Für Prognosen: „Nachher wird es noch regnen.“
Das Futur II wird eher selten benutzt. Das Tempus beschreibt Vermutungen in der Zukunft oder eine bereits beendete Handlung in der Zukunft: „In 100 Jahren werden viele Tierarten ausgestorben sein.“