Die Finanzmathematik ist ein Teilgebiet der angewandten Mathematik, welche auf den französischen Mathematiker Louis Bachelier zurückgeht und sich mit der Beschreibung von Vorgängen im Finanzwesen befasst. Insbesondere die Berechnung von Barwerten einzelner Finanzprodukte steht im Fokus ihrer Anwendung. Im Grunde ist die Finanzmathematik ein Werkzeug, mit welchem sich unterschiedliche Investitionsobjekte nach unterschiedlichen Kriterien bewerten und vergleichen lassen. Somit stellt sie vor allem in der Finanzdienstleistung die Basis für Finanz- bzw. Investitionspläne. Mit ihr können zum Beispiel die Renditen von Anleihen oder anderen Anlageinstrumenten berechnet und anschließend bewertet werden. Aber auch in der Unternehmensbewertung spielt die Finanzmathematik eine zentrale Rolle, da mit ihr Aussagen über die zukünftige Liquidität eines Unternehmens getroffen werden können.

Begriffsdefinitionen

Die Finanzmathematik ist eine rechnerisches Instrument der Wirtschaft, um die gewinnbringendste Investitionsoption heraus zu filtern.

Die Finanzmathematik ist eine rechnerisches Instrument der Wirtschaft, um die gewinnbringendste Investitionsoption heraus zu filtern.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Begriffe der Finanzmathematik kurz erläutert werden, da so am einfachsten ihr Sinn und Zweck nahegebracht werden kann.

Abzinsung

Der Begriff Abzinsung verweist in der Finanzmathematik auf eine Berechnung, welche den Wert einer zukünftigen Zahlung zu einem beliebigen Zeitpunkt zwischen der Gegenwart und dem Zahlungstermin bestimmt. Dadurch können beispielsweise beliebig datierte Unternehmensbilanzen zusammengestellt werden. Als elementares Grundkonzept der Finanzmathematik ist die Abzinsung in nahezu allen finanzmathematischen Definitionen zu finden.

Barwert

Der Barwert entspricht im Grunde dem Wert der Abzinsung einer Zahlung zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Dieser wird unter anderem benötigt um finanzielle Momentaufnahmen aktueller Investitionen zu erzeugen. Aber auch zur Bewertung und Unterscheidung von Aktien oder Anleihen wird oftmals der Barwert herangezogen.

Kapitalwert

Der Kapitalwert entspricht dem Barwert aller Zahlungen und kann somit als Kennziffer dienen um unterschiedliche Investitionen vergleichen zu können. Der Kapitalwert bringt den Kalkulationszinssatz (Zinssatz zu dem auf dem Kapitalmarkt risikoäquivalent Geld angelegt werden kann) mit der Summe der Zahlungen der Investition ins Verhältnis und ermöglicht somit eine optimale Investitionsentscheidung.

Rendite

Die Rendite gibt den prozentualen Gewinn, welchen das entsprechende Finanzprodukt jährlich abwirft, an. Da die Rendite nicht immer eine verbindliche Eigenschaft eines Investitionsobjekts darstellen muss, hängt ihre Reliabilität, bei auf Prognosen basierenden Renditen, von der Urteilsqualität der Urheber ab.