Definition von Abzinsung
Abzinsung, – auch Diskontierung genannt, ist die Bezeichnung für eine Rechenoperation aus der Finanzmathematik. Sie dient als Instrument dazu, eine Geld-Investition vergleichbar zu machen.
Dabei geht es um die Feststellung des Startkapitals: So wird durch die Abzinsung aus dem Endkapital der Barwert (heutige Wert), das Anfangskapital errechnet.

Die Differenz zwischen Kaufpreis und Nennwert ergibt die Abzinsung. Der Nennwert, auch Nominalwert genannt, ist auf Münzen, Banknoten, Wertpapieren in Zahlen oder Worten angegeben.

Das mathematische Verfahren der Zinseszinsrechnung

Es ist ein Verfahren, bei dem der heutige Wert eines später fälligen Betrages unter Berücksichtigung einer Verzinsung mit Zinseszins ermittelt wird.

Als Abzinsungsfaktor wird der für 1,00 € ermittelte Barwert bezeichnet.

In der Finanzmathematik wird die Barwert-Ermittlung häufig angewandt, da Beträge mit unterschiedlicher Fälligkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen gefasst werden können, wie bei einer dynamischen Investitionsrechnung.

Bei sogenannten Null-Kupon-Anleihen, ohne laufende Verzinsung mit Zinsschein (Kupon),
oder von Sparbriefen wird der Barwert folgendermaßen berechnet:
Dazu ein Praxis-Beispiel:
10.000,00 € fällig in fünf Jahren
– Angenommene Verzinsung 6 % p.a. (pro Jahr)
jährliche Wiederanlage der fälligen Zinsen (Zinseszins)

Wie viel Geld müsste heute, zum Zeitpunkt Null, angelegt werden?
– der Abzinsungsfaktor für 6 % und fünf Jahren Laufzeit ist 0,74726
Ergebnisrechnung:
10.000,00 x 0,74726 = 7.472,60 €
7.472,60 € ist der Barwert, der heute zu bezahlen ist, für eine in fünf Jahren fällige Investition.
Die Multiplikation des gegebenen Endkapitals mit dem Abzinsungsfaktor führt also zum gesuchten Anfangskapital. Für die Abzinsungsfaktoren mit den jeweiligen Zinssätzen und Laufzeiten gibt es Tabellen.

Wann hat man es mit Abzinsung zu tun?

Bundeschatzbriefe und Sparkassenbriefe sind auch als Abzinsungspapiere bekannt.

Bundeschatzbriefe und Sparkassenbriefe sind auch als Abzinsungspapiere bekannt.

Auch als Abzinsungspapiere sind die Bundes-Finanzierungsschätze und Bundesschatzbriefe, wie Sparkassenbriefe und Sparbriefe im Umlauf. Der Bund hat 2013 aus Kostengründen die Ausgabe neuer Papiere eingestellt.
Abzinsungspapiere sind unverzinstliche Wertpapiere, bei denen beim Kauf, die für die gesamte Laufzeit zu zahlenden Zinsen beim Erwerb vom Preis abgezogen werden.
Abzinsungspapiere können mit unterschiedlichen Laufzeiten ausgegeben werden, begehrt ist eine Anlagedauer von drei bis fünf Jahren.

Wenn eine Barwert-Ermittlung erforderlich ist, hat man auch mit der Abzinsung in zahlreichen anderen finanzwirtschaftlichen Bereichen zu tun.

  • In der Steuerbilanz sind Verbindlichkeiten (Schulden) zu 5,5 % abzuzinsen,
    wenn den Verbindlichkeiten eine Laufzeit von 12 Monaten und mehr zu Grunde liegen.
  • Bei Rückstellungen für Sachleistungs-Verpflichtungen ist der Zeitraum
    bis zum Beginn der Erfüllung entscheidend.
  • Insbesondere bei der Investitionsrechnung und im Wechselgeschäft
    kommt der Abzinsung praktische Bedeutung zu.
  • Bei der (dynamischen) Investitionsrechnung wird mit der Kapitalwertmethode gearbeitet.

Die Abzinsung wird auch angewendet, um den Nutzen einer Investition zu bewerten.

Was macht eine Abzinsung aus?

Der Anleger zahlt einen Betrag unter 100 %, erhält aber am Laufzeitende 100 % .