Das Abitur ist ein Schulabschluss, den deutsche Schüler nach dem Beenden ihrer Schulzeit an einem Gymnasium erhalten können. Durch den Abschluss haben sie die Möglichkeit, sich für ein Studium an einer europäischen Hochschule zu bewerben.

Der Weg zum Abitur

Dauerte es früher insgesamt 13 Schuljahre, bis man seine Abschlussprüfungen ablegen und das Abitur erhalten konnte, gilt seit 2007 die sogenannte G8-Regelung. Durch diese Reform erhalten Gymnasiasten bereits nach 12 Jahren ihren Abschluss und können dadurch früher in das Berufsleben oder eine weiterführende Ausbildung starten. Damit man aber überhaupt für das Abitur zugelassen wird, muss man mindestens zehn Schuljahre erfolgreich abgeschlossen haben. Auf diese Weise sollen auch Schüler von anderen Schulen, beispielsweise einer Realschule, die Möglichkeit haben, nach Beendigung ihrer regulären Schulzeit auf ein Gymnasium zu wechseln, um dort die letzten beiden Oberstufen-Jahre zu absolvieren und ihr Abitur zu machen.

Studienvorbereitungen

Die Oberstufenkurse orientieren sich nach dem Modell von Fachhochschulen und Universitäten. Während die Schüler in den ersten 10 Schuljahren weitestgehend im Klassenverband unterrichtet wurden, gibt es in der Oberstufe nur noch einzelne Gruppen und Wahlpflichtfächer. Das bedeutet, dass die Schüler sich aus einem Angebot von Kursen eine eigene Kombination zusammen stellen können und dabei beispielsweise die Wahl haben, ob sie bei den Naturwissenschaften Physik und Biologie oder Biologie und Chemie lernen möchten. Manche Bundesländer haben zur Vereinfachung sogenannte Profiloberstufen eingeführt, bei denen die Schüler sich lediglich für einen Themenschwerpunkt wie Kunst oder Geisteswissenschaften entscheiden müssen und dann ein vorgefertigtes Kursprogramm erhalten.
Auch der Unterricht innerhalb der einzelnen Kurse ist stark an die Lehrmethodik von Hochschulen angelehnt. Die Schüler sollen unter anderem lernen, in Seminaren Vorträge zu halten oder bei einer Präsentation neuer Lehrinhalte selbstständig Informationen zu sammeln und diese später nachzubereiten. Einige Kurse teilen sich zusätzlich in Pflichtkurse und optionale Seminare, sogenannte Kolloquien auf. In den Kolloquien beschäftigen sich die Schüler mit Gruppenkompetenzen und müssen möglichst ohne die Hilfe von Lehrkräften sich Fachwissen aneignen und dieses den Mitschülern präsentieren – genau so, wie es in Kursen an einer Universität auch erwartet wird.

Die Abiturprüfungen

Das Abitur qualifiziert für die Universität: Vor den Prüfungen heißt es also Lernen, Lernen, Lernen.

Das Abitur qualifiziert für die Universität: Vor den Prüfungen heißt es also Lernen, Lernen, Lernen.

Die Prüfungen für das Abitur bestehen aus insgesamt drei Abschlussarbeiten und einer mündlichen Prüfungen. Dabei können die Schüler bereits zu Beginn ihrer Oberstufe durch die Wahl ihrer Pflichtkurse bzw. ihrer Profiloberstufe festlegen, in welchen Fächern sie geprüft werden wollen. In den Abschlussarbeiten wird dann das gesamte erlernte Wissen der Oberstufe sowie die Fähigkeit zum Fächerübergreifenden Denken und der Umgang mit unbekannten Problemen getestet. Die Prüfungen unterscheiden sich dabei von Bundesland zu Bundesland. Ähnlich wie bei der Prüfung zu einem Doktortitel müssen die Schüler eines von mehreren vorgegebenen Themengebieten auswählen und ihre Prüfungen darüber abhalten. Bei erfolgreichem Bestehen mit mindestens 4,0 erhalten die Schüler anschließend ihr Abitur.