Unter einem Seminar versteht man eine Lehrveranstaltung, die im Rahmen eines Studiums abgehalten wird. Es dient der wissenschaftlichen Vertiefung und schließt thematisch meist an den Stoff einer Vorlesung an.

Der Begriff „Seminar“ leitet sich wahrscheinlich von dem lateinischen Wort „seminare“, was übersetzt „säen“ heißt, her. Andere Linguisten sehen den Ursprung eher in dem lateinischen Wort „seminarium“, dass so viel wie „Baumschule“ bedeutet. Beide Varianten haben ihre logische Berechtigung. Diese Art der Lehrveranstaltung entstand in seiner jetzigen Form Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Zu der damaligen Zeit gewann der Dialog und Austausch zwischen den Dozenten und den Studenten wieder mehr an Bedeutung. Dabei wurde die Idee der mittelalterlichen Universitas, dass die Studenten gleichberechtigte Partner bei wissenschaftlichen Arbeiten sind, wieder aufgenommen.

Ein Seminar bedeutet wissenschaftliches Arbeiten auf interaktiver Ebene.

Ein Seminar bedeutet wissenschaftliches Arbeiten auf interaktiver Ebene.

Ein Seminar bietet, im Gegensatz zu einer Vorlesung, eine viel größere Interaktivität zwischen Studenten und Dozenten. Die im Regelfall viel kleinere Gruppe ermöglicht eine intensivere Arbeit am wissenschaftlichen Objekt. Durch Übungen, Diskussionen, aber auch die Übernahme von Referaten, können die Studenten den Stoff aktiv für sich erarbeiten. Diese Lehrveranstaltung ist eine gute Vorbereitung für die spätere Arbeit als Wissenschaftler, so dass die Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kolloquium keinerlei Schwierigkeiten bereiten dürfte. Ein Seminar wird meistens mit einer Seminararbeit oder einer Klausur abgeschlossen.

Während des gesamten Studiums unterscheidet man verschiedene Formen des Seminars. Im Grundstudium werden im sogenannten Proseminar schon bekannte Wissensgrundlagen gefestigt. In der Zeit des Hauptstudiums sind vor allen Dingen drei Seminarformen von Belang: das Mittelseminar, das Vertiefungsseminar und das Hauptseminar. Am Ende des Hauptstudiums steht das Oberseminar. Dies sind Spezialseminare, die die Examensprüfung vorbereiten und im Idealfall den Weg zu einem Doktortitel weisen.

Seminare sind in unserer heutigen Zeit nicht nur Teil eines Studiums, sondern man findet sie in fast allen Lebensbereichen. So werden am Gymnasium Schüler mit Hilfe dieser Lehrform auf das Abitur vorbereitet. Aber auch in der Erwachsenenbildung und in der betrieblichen Fortbildung gewinnt diese Form der Lehrveranstaltung immer mehr an Bedeutung und sie wird gleichermaßen von staatlichen und privaten Trägern angeboten. Auch der wachsende Einfluss der Freizeitgesellschaft zeigt seine Wirkung. So reicht das Angebot von Koch- bis zu Tantraseminaren.