Das Kolloquium (aus dem Lateinischen, von daher auch oftmals Colloquium geschrieben) ist eine Unterredung beziehungsweise ein Gespräch. Heutzutage versteht man darunter vielmehr ein wissenschaftliches Gespräch. Im akademischen Bereich nimmt das Kolloquium die Bedeutung eines fachlichen Austausch von Gedanken ein, allerdings ohne feste Form, beispielsweise im Vergleich zu einem Seminar. Ein Kolloquium kann an Hochschulen auch eine Art Rechenschaftsablage einnehmen. Dabei wird während des sogenannten „Kolloquierens“ der Übungsstoff beziehungsweise die angewendete Literatur behandelt. Aus dem Lateinischen leitet sich der Begriff Kolloquium vom Verb „colloqui“ (dt. sich besprechen, unterreden) und „loqui“ ab und heißt so viel wie reden oder sprechen. Besonders für universitäre sowie wissenschaftliche Tagungen wird dieser Begriff verwendet.

Anwendung im Bildungsbereich

Folgende Prüfungen des Bildungsbereiches werden Kolloquium genannt: Dazu zählen mündliche Prüfungen des Abiturs beziehungsweise mündliche Pflichtverteidigungen von Facharbeiten, welche zum Abitur führen. Auch die mündliche Pflichtverteidigung einer Bachelor-Arbeit wird als Kolloquium bezeichnet. Ebenso eine mündliche Prüfung während des Berufspraktikums. Eine Doktorprüfung wird ebenfalls derartig betitelt. Ein Kolloquium ist zudem ein mündlicher Test, eine Art Frage – Antwort – Gespräch zwischen einen Professor und einem Student oder aber auch eine Art Eingangstest beziehungsweise Abschlusstest für ein bestimmtes Praktikum. Weiterhin wird eine Diplomverteidigung sowie die Verteidigung der Bachelor- oder Masterarbeit Kolloquium genannt. Aber auch eine Seminarfacharbeit wird so genannt.

Kolloquien für Studenten

Um ein Kolloquium erfolgreich zu absolvieren, muss man sich früh genug eingehend vorbereiten.

Um ein Kolloquium erfolgreich zu absolvieren, muss man sich früh genug eingehend vorbereiten.

Während der Prüfung muss der Studierende beweisen, dass er in der Lage ist, ein wissenschaftliches Gespräch zu einem speziellem, vorher festgelegten Thema zu führen. Im Vergleich zum Referat in einem Seminar ist das Thema normalerweise breiter beziehungsweise ausführlicher angelegt. Die Schwerpunktbildung wird dabei vom Studenten selbst bestimmt. Neben der reinen Fachkenntnis muss der Student unter Beweis stellen, dass andere mögliche Fragen des Dozenten, Professors während der Erstellung seiner Arbeit mit bedacht hat und darauf reagieren kann. Im Gegensatz zu einem Vortrag im Seminar, wobei der Student den Ablauf seiner Darstellung beziehungsweise der Erörterung selbst bestimmt, wird während des Kolloquiums der Ablauf sowie auch die Intensität der einzelnen, zu erörternden Punkte nicht nur in er Hand des Studenten liegt. Viel mehr ergibt sich dies erst während des Gesprächs mit dem Prüfer. Im Falle eines extrem komplexen Themas ist es sicherlich für den Studenten sinnvoll, im Vorfeld des Kolloquiums mit dem Professor oder Dozenten über die Sekundärliteratur zu diskutieren. Der Student kann sich somit einen Überblick verschaffen, welche Werke er für die Erarbeitung seines jeweiligen Themas berücksichtigen soll beziehungsweise welche er später während des Gesprächs angeben muss.