Für die Erlangung des Doktortitels, den zweithöchsten akademischen Grad, den man sich nach Abitur und Studium erwerben kann, ist das Kolloquium Bestandteil der dann anstehenden Doktoranden Inauguration. In dieser feierlichen Zeremonie, die je nach Universität anders geregelt ist, erhält der neue Doktor seine Promotionsurkunde. Diese zertifiziert ihm das zukünftige Führen des Doktortitels. Das Fach, in dem der Doktorrand promoviert hat, wird meist mit einem kleinen Zusatz (med., jur., rer.nat; rer.oec, phil., theol. etc.) kenntlich gemacht. Die Zeit, die zur Erlangung des Doktortitels benötigt wird, hängt meist vom gestellten Thema und auch der Finanzierbarkeit der Studien ab. Soweit der Doktorrand keine Assistentenstelle am entsprechenden Lehrstuhl innehat, kommt zu den Studien- und Unterhaltskosten noch der Besuch von entsprechenden Oberseminaren beim betreuenden Doktorvater bzw. Doktormutter, wo in regelmäßigen Abständen das Voranschreiten der Arbeit präsentiert und besprochen wird.

Die Verteidigung der Doktorarbeit ist öffentlich

Das Kolloquium wird auch Rigorosum oder Disputation genannt, in der es um die Vorstellung und Verteidigung der aufgestellten Thesen in der Doktorarbeit geht. Es geht eigentlich auf eine uralte universitäre Disputationsform des Mittelalters zurück, wo die jeweils gegnerische Partei mit These und Antithese das Vorgetragene zu entkräften und zu widerlegen suchte. Wesentlicher Bestandteil der angefertigten Dissertation unter der Anleitung des zuständigen Professors ist das Erarbeiten neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Diese sind dann Gegenstand des erfolgenden Kolloquiums. Es müssen aber nicht immer nur die Thesen aus der Dissertation sein. Es hängt oft auch vom Verlauf des Kolloquiums ab, worüber sich im Disput auseinandergesetzt wird. Letztlich ist das Ziel der Verteidigung der Doktorarbeit die Erlangung des Doktortitels. Diese setzt eben auch voraus, das Erforschte mit entsprechender Eloquenz auch einem breiteren Publikum transparent machen zu können. Soweit nicht anders geregelt, ist das Kolloquium öffentlich. Das heißt, jeder kann an dieser mündlichen Prüfung teilhaben. Abnehmende Personen der mündlichen Prüfung sind die Hochschulprofessoren und Personen des öffentlichen Lebens.

Der Doktorgrad ist Voraussetzung

Mit dem Kolloquium werden die Erkenntnisse der Doktorarbeit mündlich verteidigt: Gelingt dies, ist man Inhaber eines begehrten Doktortitels.

Mit dem Kolloquium werden die Erkenntnisse der Doktorarbeit mündlich verteidigt: Gelingt dies, ist man Inhaber eines begehrten Doktortitels.

Die absolute Ausnahme im Verfahren der wissenschaftlichen Laufbahn zur Erlangung des Doktortitels stellt die Medizin dar. Für diesen Fachbereich gelten andere Gesetzmäßigkeiten für die Dissertation. Die Dissertation bzw. der Doktortitel ist bis heute in manchen Berufen und bestimmten Leitungsaufgaben unabdingbar gekoppelt. Manchmal sogar auch in einem Staatsvertrag (Konkordat) festgehalten, wie es bei den katholischen Bischöfen ist. Ohne Doktortitel keinen Bischofsstuhl! Dennoch und trotzdem ist der hohe akademische Grad in vielen Berufsgruppen auch ein Prestigetitel.