Der Einkommensteuer kann (fast) niemand in Deutschland entgehen. Ein Blick auf die monatliche Gehaltsabrechnung zeigt, wie stark diese Steuer das persönliche Netto-Einkommen beeinflusst. Vor allem, wenn man die Steuerklasse I oder V hat. Da stellt sich Monat für Monat die gleiche Frage: Warum muss man (so viel) Einkommensteuer bezahlen?

Warum muss man Einkommensteuer zahlen?

Wer Einkommen ab einer bestimmten Höhe, festgelegt in der sogenannten Grundtabelle, erzielt, der muss Einkommensteuer zahlen. Das legt das Einkommensteuergesetz (EStG) fest. Zuständig ist hier das Finanzamt des Wohnortes. 2011 nahm der Fiskus (eigentlich lat. für „Geldkorb“, heute ein Synonym für „Staat“) knapp 200 Milliarden Euro durch diese Steuerart ein, etwa 30 Prozent des gesamten Steueraufkommens. Die Einnahmen durch die Einkommensteuer erhalten Bund, Länder und Kommunen nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel.

Mit dieser (und den anderen Steuerarten) finanziert der Staat beispielsweise den Ausbau oder die Instandhaltung der öffentlichen Infrastruktur (Straßen, Schulen, Universitäten) und gewährt allen Bürgern, nicht nur den Steuerzahlern, Sicherheit (Polizei) sowie Kultur (Theater). Die Steuern sind damit auch der Preis, den die Deutschen dafür zahlen, in einem modernen Sozialstaat zu leben. In anderen Ländern wie den USA sind die Steuern niedrig, allerdings sind die staatlichen (Sozial-) Leistungen auch deutlich geringer als in Deutschland.

Wie hoch ist die Einkommensteuer?

Die Höhe der Einkommensteuer bemisst sich in erster Linie an den erarbeiteten Einkünften.

Die Höhe der Einkommensteuer bemisst sich in erster Linie an den erarbeiteten Einkünften.

Das deutsche Steuerrecht ist sehr kompliziert, das weiß jeder, der seine Einkommensteuer-Erklärung Jahr für Jahr selbst erstellt. Wer seine individuellen Steuern berechnen will, der muss sein Steuer relevantes Einkommen kennen. Denn die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer ist das zu versteuernde Einkommen in einem Kalenderjahr, also nicht das Bruttoeinkommen auf dem Gehaltszettel. Wie hoch das zu versteuernde Einkommen ist, hängt von vielen Faktoren ab, u. a. von

• Art und Höhe der Einkünfte (z. B. selbständige/nichtselbständige Arbeit)
• Freibeträgen (z. B. Arbeitnehmerpauschbetrag)
• Sonderausgaben und Aufwendungen (z. B. Altersvorsorge)
• Steuerklassen (z. B. Klasse I/0: Lediger/Geschiedener ohne Kinder)
Progressionsvorbehalt (z. B. anzurechnender Bezug von Arbeitslosengeld I)

Der sogenannte (steuerfreie) Grundfreibetrag für 2013 liegt bei 8.004 Euro/Jahr für Ledige (Eheleute: 16.009 Euro). Die Steuerpflicht beginnt bei 8.005 Euro bei Alleinstehenden (Eheleute: 16.010) und der Steuersatz liegt dann bei 14 Prozent. Wer ein höheres zu versteuerndes Einkommen erzielt, zahlt dann entsprechend mehr. Der Höchststeuersatz liegt für einen Alleinstehenden, der 52.152 Euro im Jahr versteuert, bei 42 Prozent; bei Verheirateten liegen die Grenzwerte doppelt so hoch.