Jedes Frühjahr läuft für viele Millionen Arbeitnehmer der Steuer-Countdown mit der zentralen Frage: Wie kann ich meine Steuern berechnen? Denn zum 31. Mai jedes Jahres läuft die Frist für die Abgabe ihrer Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt ab.

Seine Steuern berechnen – wie geht das?

Viele Menschen schrecken vor den Steuerformalien zurück, dabei ist die Steuer in ein paar Schritten leicht zu berechnen.

Viele Menschen schrecken vor den Steuerformalien zurück, dabei ist die Steuer in ein paar Schritten leicht zu berechnen.

Kein Wunder, dass sich viele Steuerpflichtigen alljährlich in diesen letzten Maitagen im Krieg befinden – und zwar im Krieg mit ihrer Steuererklärung. Die spannende Frage ist dabei immer: Bekomme ich Geld vom Fiskus zurück oder muss ich Einkommensteuern nachzahlen? Dazu kann man natürlich Tag für Tag in den Briefkasten schauen, bis der Steuerbescheid endlich da ist. Seine Steuern berechnen – das geht einfacher als man denkt. Das Steuerrecht in Deutschland ist zwar wegen seiner Komplexität berüchtigt, als Normalverdiener kann man dennoch seine Steuern berechnen und zwar ziemlich genau auf Euro und Cent.

Seine Steuern berechnen – so geht’s!

Im ersten Schritt ermittelt man das zu versteuernde Einkommen, nicht zu verwechseln mit dem Bruttoeinkommen auf der monatlichen Gehaltsabrechnung:

• Die Steuerklasse: Wer alleinstehend oder geschieden ist und keine Kinder hat, der zahlt in der Steuerklasse I/0 die höchsten Steuersätze. Verheiratete Alleinverdienerinnen mit zwei Kindern und einem nicht erwerbstätigen Ehemann werden in die Steuerklasse III/2 eingruppiert, wodurch sie keine oder nur relativ geringe Steuern zahlen müssen.

• Die Ausgaben: Werbungskosten (Arbeitnehmerpauschbetrag), Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen können das zu versteuernde Einkommen ebenfalls reduzieren. Typische Werbungskosten sind Fahrtkosten oder Arbeitsmittel, Sonderausgaben sind Vorsorgeaufwendungen, etwa für die Riester-Rente, und Beerdigungskosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen.

Im zweiten Schritt zieht man dann vom Bruttoeinkommen den steuerfreien Grundfreibetrag (2013) von 8.004 Euro/Jahr für Ledige (Eheleute: 16.009 Euro) ab. Von diesem Betrag werden danach die errechneten Werbungskosten subtrahiert, in der Regel den aktuellen Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro. Ebenfalls sind die gelisteten Sonderausgaben und die außergewöhnlichen Belastungen abzuziehen.

Im dritten Schritt ermittelt man das zu versteuernde Einkommen anhand der aktuellen Steuertabellen, die im Internet zu finden sind. Aufzuschlagen sind Einkünfte wie Arbeitslosengeld, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen und die Steuerschuld unter Umständen erhöhen können. Die Steuersätze liegen zwischen 14 und 42 (45) Prozent. Addieren muss man dann noch den Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent der Einkommensteuer und ggf. 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer.

Im vierten Schritt errechnet man die Differenz zwischen den zu zahlenden und den bereits gezahlten Steuern. Das Ergebnis ist dann der Erstattungs- oder Nachzahlungsbetrag.