Bilanzregel

Die goldene Bilanzregel besagt, dass das Anlagevermögen durch Eigenkapital finanziert werden sollte. Die Beachtung dieser Kennzahl kann die betriebliche Existenz eines Unternehmens gewährleisten. Während der Begriff goldene Bilanzregel bei bilanzierenden Unternehmen zur Anwendung kommt, findet dieses Prinzip als goldene Finanzregel bei allen anderen Unternehmen, die nicht unbedingt bilanzierungspflichtig sind, seine Existenzberichtigung.

Bilanz

Die Bilanz gliedert sich in die Aktiv- und die Passiv-Seite.

Die Bilanz gliedert sich in die Aktiva- und die Passiva-Seite.

Die goldene Bilanzregel ist so alt wie die Bilanz selbst. Das Wort Bilanz kommt aus dem Italienischen und heißt „Waage“. Die beide Seiten, d.h. Aktiva und Passiva sollen gleich groß sein und sich die Waage halten. Die italienischen Kaufleute des 15. Jahrhunderts begannen ihre Handelsgeschäfte über Bilanzen darzustellen. Wer heute zum Aufstellen einer Bilanz verpflichtet ist, bestimmen das Handelsgesetz und die Steuergesetze. Die damit verbundenen Regeln sollen einerseits die Gläubiger von Unternehmen schützen und andererseits das Steueraufkommen für den Staat gewährleisten. Die Handelsbilanz als Waage besteht aus Aktiva auf der linken Seite und aus Passiva auf der rechten Seite. Die Bilanzsumme muss auf beiden Seiten gleich sein. Hinsichtlich der Finanzierung und Vermögen, unterscheidet der Kaufmann die Mittelherkunft und die Mittelverwendung bzw. die Finanzierung und Investitionen. Die Strukturbilanz und die Bewegungsbilanz dienen zur Darstellung dieser Bilanzanalyse.

Bilanz

Aktiva Passiva

Vermögen Kapital
Anlagevermögen Eigenkapital
Umlaufvermögen Fremdkapital
Bilanzsumme Bilanzsumme

Mittelverwendung Mittelherkunft

Investitionen Finanzierung

Betriebsanalysen

Den gesetzlichen Anforderungen stehen die betriebswirtschaftlichen Erfordernisse zur existenziellen Absicherung eines Unternehmens gegenüber. Vertikale und horizontale Analysen zur Vermögens- und Kapitalstruktur zeigen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild zur Vermögens- und Kapitalsituation auf. Zu der horizontalen Analyse gehören die Kennzahlen, die sich über die goldene Bilanzregel 1 bis 3 darstellen. Bei der goldenen Bilanzregel 1 wird das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt. Das Anlagevermögen ist das Herz eines jeden Betriebs. Es dient dem produktiven Geschäftsbetrieb und ist von existenzieller Bedeutung. Bei möglicher Kreditfinanzierung und Eigentumsvorbehalt durch Dritte, wäre bei Liquiditätsschwierigkeiten das Anlagevermögen wie Produktionsgebäude, Fahrzeuge oder Maschinen an die Gläubiger zurückzugeben. Das würde das „Aus“ für das Unternehmen bedeuten. Die goldene Bilanzregel 2 bezieht neben dem Eigenkapital auch langfristiges Fremdkapital zur Finanzierung von Anlagevermögen ein. Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital decken über die goldene Bilanzregel 3 das Anlagevermögen und das langfristige oder eiserne Umlaufvermögen. Die goldene Bilanzregel mit den drei Deckungsgraden zollt somit den unterschiedlichen Branchen im wirtschaftlichen Leben Rechnung. Handelsbetriebe verfügen über mehr Umlaufvermögen als Dienstleistungsunternehmen, so dass die Bilanzregel 3 bei diesen zur Anwendung kommt. Durch die goldene Bilanzregel 2 und 3 ist ein höherer Verschuldungsgrad des Unternehmens gegeben, was andererseits eine höhere Eigenkapitalrentabilität bedeutet.