Die Immatrikulation ist ein schlichter Verwaltungsakt im Sekretariat einer Hochschule oder Universität. Inhalt des einst gewichtigen Vorgangs ist die Annahme des Studierenden an der Hochschule, an der er sein Studium in einem bestimmten Studienfach absolvieren will.

Für alle wichtigen Vorgänge in seinem zukünftigen Studienleben wird der Student von der Hochschule in einem Matrikel geführt. Ebenso wie der Studierende sich hier immatrikuliert hat, wird er hier auch exmatrikuliert. Diese Exmatrikulation ist notwendig, wenn er seine Studien an einer anderen universitären Einrichtung fortsetzen will.

Alle diese Verwaltungsakte werden in das Studienbuch eingetragen. Aufgrund des Numerus clausus kann es für bestimmte Studienfächer zu Eignungstests kommen, die ein Ausleseverfahren darstellen, wenn mehr Bewerber als Studienplätze zur Verfügung stehen. Heute werden unter Umständen auch Studienplatzklagen geführt.

Nicht der Schüler, sondern der Lehrer suchte sich seine Schüler aus

Historisch ist die Immatrikulation eine Art Ausbildungsvertrag zwischen dem Gelehrten und Schüler gewesen. Der Schüler konnte zwar auf die Suche nach seinem universitären Lehrer gehen und wurde meist durch Empfehlungen oder seine öffentliche Reputation auf ihn aufmerksam, aber der Gelehrte konnte sich seine Schüler aussuchen. Denn schließlich lebte der zukünftige Student mit unter dem Dach des Professors und seiner Familie.

Nach dem Abitur kann man sich zum Studium einschreiben – die sogenannte Immatrikulation

Nach dem Abitur kann man sich zum Studium einschreiben – die sogenannte Immatrikulation

 

Ein sehr ausführliches Beispiel dafür gibt die Burse im schwarzen Kloster des Martin Luthers in Wittenberg. Seine Frau führte die Studentenburse, die zeitweilig bis zu 40 Studenten beherbergte und die Studenten kamen in den Genuss, beim Essen mit dem bekannten Reformator am gleichen Tisch zu essen.

Der Gelehrte war nach der Immatrikulation verpflichtet, sein ganzes Wissen dem Schüler auf die beste Art und Weise zu vermitteln.

Verpflichtungen aus der Immatrikulation

Die Immatrikulation im historischen Sinne entsprach einer Eignungsprüfung, die nicht die Neigung, sondern die Eignung prüfte. Das konnte auch das Abweisen beinhalten, oder auch das mehrmalige vorstellig werden. Hier konnte also schon eine Motivprüfung stattfinden, die sowohl die physischen, charakterlichen und geistigen Fähigkeiten prüften, ob der Aspirant für das Studium geeignet war.

Nur noch wenige Studienzweige haben diese inhaltliche Eignungsprüfung bei der Immatrikulation. Die Annahme des Studenten bedeutete, im vollen Umfang für sein körperliches, geistiges und seelisches Wohl zu sorgen. Nach den Semesterferien hatte der Student sich mit dem Inskribieren wieder zurückzumelden.

Unterlagen für die Immatrikulation

  • Lichtbildausweis
  • Zeugnis der Hochschulreife
  • Nachweis über eine Krankenversicherung
  • Exmatrikulation, wenn der Studierende schon eine andere Universität besucht hat
  • Zulassungsbescheid, wenn ein Numerus Clausus Voraussetzung für die Zulassung ist