Auf der kubanischen Insel eskalierte die Konfrontation der beiden Supermächte des Kalten Krieges. Sowohl der amerikanische als auch der sowjetische Staatschef markierten die beiden wichtigsten Akteure in der Kubakrise. Präsident John F. Kennedy und Regierungschef Nikita Chruschtschow waren sich der Tragweite ihrer Entscheidungen durchaus bewusst und wendeten daher eine nukleare Auseinandersetzung beider politischen Systeme ab.

Die Akteure in der Kubakrise

Einer der Haupt-Akteure in der Kubachrise: der US-Präsident John F. Kennedy.

Einer der Haupt-Akteure in der Kubachrise: der US-Präsident John F. Kennedy.

Chruschtschow lenkte als Partei- und Regierungschef seit 1958 machtvoll die Geschicke der UdSSR und suchte mehrfach die Konfrontation mit dem ideologischen Gegner. Als er 1962 als oberster sowjetischer Befehlshaber anordnete, nuklearbestückte Raketen auf der kommunistischen Insel Kuba zu stationieren, musste dies für die US-Amerikaner die größte Provokation des Kalten Krieges symbolisieren. Auf der anderen Seite des großen Teiches bekleidete Kennedy seit 1961 das Amt des amerikanischen Präsidenten und wurde als einer der Akteure in der Kubakrise vorrangig deshalb damit konfrontiert, da die USA in der Türkei Mittelstreckenraketen unweit des sowjetischen Territoriums stationiert hatten.

Vom 14. bis zum 28. Oktober 1962 sollten die Entscheidungen der Akteure in der Kubakrise dazu führen, dass die Welt den Atem anhielt. Chruschtschow stellte die stationierten Atomwaffen beschwichtigend als Abwehrwaffen Kubas dar. Sein eigentliches Ziel war jedoch, die viel propagierte „Balance der Mächte„, die er seit der Stationierung US-amerikanischer Raketen auf türkischem Boden aus dem Gleichgewicht sah, zu erreichen. Kennedy verhängte als Folge der Sichtung der sowjetischen Raketen über Kuba eine Blockade, die für Chruschtschow hingegen nicht akzeptabel schien. Ein Brief von Chruschtschow an Kennedy war für die Akteure in der Kubakrise der Wendepunkt des Kalten Krieges.

Die Entscheidung gegen eine Eskalation

Sowohl Kennedy als auch Chruschtschow beabsichtigten mit ihrem Übereinkommen, das Machtgefüge der beiden Supermächte aufrechtzuerhalten und damit ihre eigenen Positionen zu festigen. Beide Akteure in der Kubakrise wollten das Gesicht wahren und so brachte jene Zuspitzung keinen Sieger oder Besiegten hervor. Chruschtschow jedoch wurde von manchen Parteifreunden angelastet, durch seine Idee der „friedlichen Koexistenz“ beider Systeme Schwäche gezeigt zu haben. Für beide Akteure in der Kubakrise stellte nicht die Abwendung einer menschlichen Katastrophe die Hauptmotivation dar, sondern der machtfestigende Ausgleich der nuklearen Kräfte.