Kein anderes Ereignis des Kalten Krieges führte der Menschheit die allumfassende Vernichtung durch Atomwaffen so deutlich vor Augen wie die Kubakrise im Oktober des Jahres 1962. Doch obwohl der Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion um die Karibikinsel ohne Waffengewalt beigelegt werden konnte, wirken die Folgen der Kubakrise bis heute nach.

Verlauf und Folgen der Kubakrise

Es war eine Nachricht von Weltrang, die sowohl die USA als auch Europa, und damit auch Deutschland, erschütterte: Am 22. Oktober 1962 richtete sich US-Präsident John F. Kennedy per Fernsehansprache an die Weltöffentlichkeit und bestätigte das, was bereits seit Tagen als Gerücht in den Medien zu lesen und zu hören war: Die Sowjetunion hatte damit begonnen, mit Nuklearsprengköpfen versehene Raketen auf Kuba zu stationieren. Ein erbitterter Kampf zwischen Washington und Moskau war eröffnet. Doch trotz erheblicher Kommunikationsprobleme zwischen den Akteuren Kennedy und dem sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow bewahrten beide Staatsmänner einen kühlen Kopf. Die Krise konnte ohne größere Auseinandersetzungen beigelegt werden. Dennoch wirkten sich die Folgen der Kubakrise erheblich auf den weiteren Verlauf des Kalten Krieges aus, zeigte die Krise doch, wie gefährlich der Rüstungswettlauf der beiden Supermächte sein konnte. Einige Folgen der Kubakrise waren daher u. a.:

  • Eine der Folgen der Kubakrise war die einrichtung des "Heißen Drahts" zwischen dem Weißen haus und dem Kreml.

    Eine der Folgen der Kubakrise war die einrichtung des „Heißen Drahts“ zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml.

    Einrichtung einer permanenten Fernschreiberverbindung („Rotes Telefon„) zwischen Washington und Moskau im Jahr 1963 (die wohl bekannteste Folge der Kubakrise);

  • Aufnahme von Verhandlungen über gegenseitige Rüstungskontrolle;
  • militärische Rückverlagerung auf konventionelle Streitkräfte;
  • Einführung des sogenannten „Atomkoffers“ in den USA und der Sowjetunion, der die Freischaltcodes für Atomwaffen enthält und nur den jeweiligen Regierungschefs zugänglich ist (die wichtigste Folge der Kubakrise, denn vorher konnte das Militär über den Einsatz der Atomwaffen entscheiden).

Gewinner und Verlierer der Kubakrise

Obwohl es zu keinem nuklearen Schlagabtausch zwischen den beiden Supermächten gekommen war, konnte die Beilegung des Konfliktes nicht ohne gegenseitige Zugeständnisse erreicht werden. Somit war eine weitere Folge der Kubakrise, dass sowohl die sowjetischen Nuklearraketen von Kuba als auch die in der Türkei und Italien stationierten amerikanischen Jupiter-Raketen abgezogen werden mussten. Dies bedeutete vor allem einen Erfolg für die Sowjetunion, weshalb die USA von der Sowjetunion verlangten, über dieses Abkommen Stillschweigen zu wahren.
Eine weitere Folge der Kubakrise betraf Kuba selbst: Fidel Castro vollendete die von ihm eingeleitete Kubanische Revolution, die zum Ziel hatte, Kuba wirtschaftlich und politisch von den USA zu lösen. Aus diesem Grund wird besonders Castro als der eigentliche Gewinner der Kubakrise angesehen.