Als Schulausgangsschrift bezeichnet man das Schriftbild von Schulkindern, wenn diese mit dem Schreibunterricht abgeschlossen haben. Als die Schulausgangsschrift am Ende der 1960er entwickelt und später in der DDR eingeführt wurde, war sie verbindlich und musste an allen Schulen gelehrt werden. Später wurde die Verbindlichkeit aufgelockert, in den heute bestehenden Bundesländern werden zum Teil mehrere Varianten der Schulausgangsschrift gelehrt.

Vereinfachung von Schreibfluss und Vereinheitlichung des Schriftbildes

Wenn Schulkinder damit anfangen, das Alphabet zu lernen, werden die Buchstaben zunächst in Druckschrift ausgeführt. Dabei wird eine serifen- und schmucklose Schriftart gewählt, die deutlich die Unterschiede der Buchstaben hervorhebt.

Es gibt mittlerweile mehrere Versionen der Schulausgangsschrift

Es gibt mittlerweile mehrere Versionen der Schulausgangsschrift

Später jedoch soll eine Schreibschrift die zunächst gelernte Druckschrift ersetzen, deren Ausführung etwas anders ist als gewohnt. Das Ziel der Schulausgangsschrift war es deshalb, die ursprünglich gelehrte lateinische Schrift zu vereinfachen und der Druckschrift anzunähern, ohne jedoch das einheitliche Schriftbild und den Schreibfluss zu verändern. Im Wesentlichen wurde sich dabei an das lateinische Original mit Links-nach-Rechts-Lesefolge gehalten, hauptsächlich basiert die Schulausgangsschrift aber auf Girlanden- und Arkadenbewegungen. Obwohl eine leicht vereinfachte Variante der Schulausgangsschrift bis heute an den Schulen gelehrt wird, ist nicht bekannt, welchen Stellenwert diese noch hat, da die Menschen im Erwachsenenalter meist dazu übergehen, lediglich in Druckschrift bzw. Blockschrift zu schreiben.

Probleme und Lösungen

Besonders durch die weiter voranschreitende Globalisierung hat die Schulausgangsschrift einige Probleme, denn das verbundene Schriftbild macht einige Buchstaben schwer für Außenstehende lesbar. Zudem werden in Europa viele Arten verschiedener Schriften, unter anderem die lateinische Schrift, die arabische Schrift und kyrillisch verwendet, bei denen sich die Buchstaben stark unterscheiden. Blockschrift und Druckschrift sind jedoch vielerorts lesbar und anerkannt. Deswegen haben die Bundesländer Hessen und Hamburg eine völlig neue, sogenannte „Grundschrift“ entwickelt, die ab 2011 an ausgewählten Schulen gelehrt wird. Dabei handelt es sich um eine Art „handschriftliche Druckschrift“. Die Buchstaben sind serifen- sowie bogenlos und werden wie Blockschrift unverbunden gezeichnet. Die Grundschrift soll einen Zwischenschritt zwischen dem lernen der Druckbuchstaben und dem entwickeln einer eigenen Handschrift darstellen. Eine genormte „Schreibschrift“ gibt es dann nicht mehr. Von den Schulverbänden wird diese Änderung durchweg positiv angenommen, Kritiker führen aber an, dass das Erlernen einer ordentlichen Schreibschrift ein fundamentaler Lernvorgang sei, den man keinesfalls überspringen oder vereinfachen sollte.

Schulausgangsschrift im Internet

Wegen der schlechten Lesbarkeit wird im Internet weitgehend auf Schreibschriften und den Schulausgangsschriften ähnlichen Schriftfonts verzichtet, einige Kinder könnten aber davon profitieren, wenn sie beispielsweise in Textprogrammen damit schreiben und sich die Buchstaben dadurch besser einprägen könnten. Deswegen haben mehrere deutsche Hersteller von Schreibgeräten, unter anderem Pelikan, eine digitalisierte Form der Ausgangsschriften entwickelt und bieten diese zum Download für den PC an. Theoretisch eignen sich die unlinierten Versionen dieser Ausgangsschriften für alle Aufgaben, zum Beispiel aber auch als Tattoo Schriften oder für Geschäftsbriefe.