Ein Dominikaner ist ein Bettelmönch aus dem römisch-katholischen Predigerorden des heiligen Dominikus. Der Ordo fratrum praedicatorum hat es sich im 12. Jahrhundert zur besonderen Aufgabe gestellt, die im Niedergang begriffene katholische Kirche durch die Predigt und Katechese neu zu evangelisieren. Die Regel geht dabei auf den spanischen Ordensgründers Dominikus zurück, der 1170 in Kastilien geboren wurde. Er wandte sich besonders in Spanien und Frankreich der Rückgewinnung der weiterverbreiteten Lehre der Katharer zu.

Feuer gegen Schwert

1215 wurde der Orden der Dominikaner durch Papst Innozenz III bestätigt. Fast zeitgleich entstand der Orden des Heiligen Franziskus. Die beiden Säulen der Armutsbewegung, der Franziskanerorden und der Orden der Dominikaner hauchten der siechen daniederliegenden Kirche, so wie sie der Künstler Giotto in der Kirche des Heiligen Franziskus zu Assisi gemalt hat, wieder Leben ein. Doch bald wurde den Dominikaner zu ihrer Haupttätigkeit als Prediger auch die anfängliche noch ohne Folter agierende Inquisition überantwortet, in der sie federführend mitarbeiteten. Doch die Inquisition degenerierte zu einer sadistisch operierenden Geheimorganisation, die in der Verstrickung und Verkettung von Machtinteressen Menschen in Wahnwitz eines damals herrschenden Aberglaubens um Leib und Leben brachte. Die Folter in der hochnotpeinlichen Befragung war gängige Praxis zur Erlangung eines Geständnisses bis tief ins 18. Jahrhundert hinein. Der Hexenwahn war nicht auf die katholische Kirche beschränkt, sondern schwappte bis nach Amerika über, wo die Puritaner vielen Frauen und Männern in Salem mit diesem Aberglauben das Leben schwer machten.

Als Mutterkloster der Dominikaner wird bis heute das Kloster in Bologna angesehen.

Als Mutterkloster der Dominikaner wird bis heute das Kloster in Bologna angesehen.

Bekannte Dominikaner

Als das Mutterkloster wird bis heute das Kloster in Bologna unweit, der weltgrößten Pfarrkirche St. Petronius, angesehen. Hier werden auch die Reliquien des heiligen Dominikus aufbewahrt. Seine Tumba ist mit zwei Engeln des damals nur 20-jährigen Michelangelo verziert. Sein Fest begehen die Dominikaner am 8. August. Bei einer Prozession führen sie die kostbare Kopfreliquie beim Umgang mit. In diesem Kloster hat Thomas von Aquin sein Noviziat und seine Studien aufgenommen.

Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Begründer der Scholastik
– Bartholomé de Las Casas, der die Rechte der Indios vor Karl V verteidigte
– Henricus Institoris, Autor des „Hexenhammers“
– Albertus Magnus, Bischof und Gelehrter

Ein prononcierter Vertreter des Ordens der Dominikaner ist der Erzbischof von Wien Christoph Kardinal Schönborn OP.