Der Begründer der Scholastik im theologischen Lehrgebäude der katholischen Kirche ging selber auf die Schule bei den Mönchen in Monte Cassino. Seine Eltern hatten für ihren Sohn dort eine steile Karriere als Abt vorgesehen. Doch stattdessen begründete der große Aquinate die Scholastik. Wie der lateinische Begriff es besagt, ist es etwas „zur Schule Gehöriges“. Hatte Thomas von Aquin, der Dominikaner,  in der Regel des Heiligen Benedikt vor allem eine kurze Umsetzung der umfangreichen Weisheitsliteratur der Heiligen Schrift erfahren, machte er sich in der Scholastik daran eine wissenschaftliche Denk- und Beweisführung göttlicher Annahmen zu formulieren.

Der „geschmähte“ Berger

Ein Kenner ersten Ranges, mit der Fähigkeit sowohl den mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin und seiner begründeten Scholastik, in einfacher und verständlicher Sprache nahe zu bringen ist der Pädagoge und Theologie David Berger in seinem kleinen Band „Thomas von Aquin begegnen“, der 2002 erschienen ist. Hier arbeitet er anhand der Biografie des „Doctor Angelicus„, des engelgleichen Doktors Thomas von Aquin die Züge der Scholastik heraus. Er unterteilt dabei in das Werden und das Schaffen der Scholastik unter dem Einfluss des Lehrers von Thomas von Aquin, dem heiligen Albertus Magnus. Er war sein Lehrer, geistlicher Führer und Professor in Paris.

 

I. Heiligkeit der Intelligenz

1. Der erste Pariser Lehraufenthalt
2. Der zweite Pariser Lehraufenthalt
3. Der großer Lehrer

II. Sacra doctrina

1. Die Wissenschaft und Weisheit
2. Der Mittelpunkt Gott
3. Die Geschöpflichkeit aus Gott
4. Rückkehr des Menschen zu Gott
5. Christus als der Weg zum Vater
6. Wirklichkeit vom fleischgewordenen Wort (Sakramente)
7. Reines Licht: Vollendung in der Gottesschau.“

Scholastik und Neuzeit

Auf meisterliche Weise versteht es Berger in dem Bändchen das komplexe Werk des Aquinaten in verständlichen Gesamtschauen zu Themen zusammenzufügen und aus der Vielzahl der Schriften des Thomas zusammenzufügen. Auch die oft schwer verständlichen Dikten der Scholastik werden aus der Gesamtschau der Summe der Thomas-Theologie (summa theologicae und die vielen Einzelwerke) verständlich.

Das scholastische Lehrgebäude war bis zum II Vatikanum die Art theologisch zu dozieren und zu denken. Es wurde eine Frage gestellt und darauf gab es eine klare und präzise Antwort, die auf aristotelischer Philosophie, augustinischem Gedankengebäude und der wissenschaftlichen Verifizierung in der Scholastik basierte. Der Münsteraner Professor für Philosophie Josef Pieper hat eine Aktualisierung thomistischer Leitmotive für die Neuzeit versuchte.