Um das Jahr 1225 wurde Thomas von Aquin in Rossasecca in Italien geboren. Er entstammt dem italienischen Grafengeschlecht „von Aquion“. Im Alter von fünf Jahren wurde er in ein Benediktinerkloster auf den Montecassino geschickt. Dort war sein Onkel Abt (Klostervorsteher). Dieser Onkel sollte dem Knaben eine Karriere im Kloster vorbereiten.

Bereits mit dreizehn Jahren begann Thomas von Aquin in Neapel ein Studium in Grammatik, Naturwissenschaft und Logik. In Neapel wurde er mit dem damals noch sehr jungen Orden der Dominikaner konfrontiert. Im Jahre 1244 trat er gegen den Willen seiner Familie in den Orden der Dominikanerbrüder ein.Um 1245 begann er mit einem Studium in Bologna. Von dort aus kam er nach Paris und studierte bei Albertus Magnus. Mit diesem ging Thomas von Aquin 1248 nach Köln und wurde dort der Assistent von Albertus Magnus. Bald hielt er in Deutschland Vorlesungen zu biblischen Thematiken. 1252 ging er wieder nach Paris und begann dort mit eigenen philosophisch-theologischen Vorlesungen. Vier Jahre später wurde er zum Magister der Theologie auserkoren. Und 1257 wurde Thomas von Aquin zusammen mit Johannes Bonaventura in den Magisterkreis aufgenommen.

Thomas von Aquin, postum gemalt von Carlo Crivelli, 1476.

Thomas von Aquin, postum gemalt von Carlo Crivelli, 1476.

1259 kam Thomas zurück nach Neapel und begann an seinem Lehrbuch für die „ungläubigen Völker“ zu schreiben. Zwei Jahre später wurde er als Lektor in ein Dominikanerkloster abberufen, dort unterrichtete er Mönche. 1265 wurde er von Papst Urban IV. nach Rom entsandt um dort begabte Studenten zu unterrichten. Hier startete er sein bekanntestes Werk, das „Lehrbuch der Theologie“.
1268 übernahm er einen Lehrstuhl der Dominikaner in Paris. Dort hatte er mit erzkonservativen Theologen große Auseinandersetzungen, die seine Ansichten nicht teilten und ihm teilweise eine zu große geistige Nähe zum griechischen Aristotoles vorwarfen. Vier Jahre später wurde er wieder nach Neapel gerufen, dort verfasste er sein drittes, aber leider unvollendetes Lehrbuch „Summa theologiae“.

Thomas von Aquin war der nicht nur bedeutendste Kirchenlehrer des Mittelalters sondern aller Zeiten innerhalb der katholischen Religion. Er ließ sich vom Philosophen Aristotoles geistig beflügeln und versuchte die christliche Lehre in seiner Denkweise auszudrücken. Mit diesem zusammengefügten Glaubenswerk wurde er zum Meister der „Scholastik“, dem systematischen Ordnen der Kirchenlehre in einem unbeugsamen System.

Seine bedeutendsten Werke:

– Sentenzenkommentare
– Kommentar über Aristotoles
– Schriften über das Böse, die Lüge und den Irrtum
– Systematische Werke
– Kommentare zur Bibel
– Hymnen zum Fest Fronleichnam

Auf dem Weg zum 2. Konzil von Lyon starb er angeblich durch eine Vergiftung. 1323 wurde der Dominikanermönch heiliggesprochen.