Bildallegorien gibt es im europäischen Kulturkreis seit der Antike. In der Kunst des Mittelalters sind sie von hoher Bedeutung und bleiben das auch in Renaissance und Barock. Erst mit der Aufklärung beginnen Bildallegorien in den Hintergrund zu treten, verschwinden aber nie ganz.

Entwicklung der Bildallegorien

Bildallegorien hatten ihren Höhepunkt zu Zeiten des Barocks und in der Renaissance

Bildallegorien hatten ihren Höhepunkt zu Zeiten des Barocks und in der Renaissance.

Die Darstellung personifizierter Gefühle und verbildlichter Prinzipien gibt es schon auf antiken griechischen Reliefs und bemalten Vasen. Auch die griechisch-römische Götterwelt, die in vieler Hinsicht an sich von allegorischem Charakter ist, prägt die antike Verbildlichung von Ideen. Diese ersten Formen der Bildallegorie leben im Mittelalter weiter, die heidnischen Götterbilder werden von christlichen Verkörperlichungen abgelöst. Hier sind beispielsweise die Personifikation der sieben Todsünden oder der ihnen entgegengesetzten Tugenden zu nennen.

In Renaissance und Barock wird, bedingt durch neue Geistesbewegungen wie den Humanismus, das Feld der Bildallegorien abermals erweitert. Antike mythologische Bilder gewinnen wieder an Bedeutung, neue, wie die Personifikation der Künste Musik, Poesie und Malerei, kommen hinzu. Wichtigen Einfluss bekommt auch der Vanitas-Gedanke, denn die Vergänglichkeit des Lebens und aller Dinge kann mit der Bildersprache besonders gut vermittelt werden. Bildallegorien der vier Jahreszeiten oder der verschiedenen Lebensalter bekommen so schnell eine vielschichtige Bedeutungsebene. Diese Mehrschichtigkeit zeigt sich auch in einer speziellen Kunstform dieser Epochen, der Enblematik. Hier muss der Inhalt aus einem Zusammenspiel von Text und Bild enträtselt werden. Die Allegorie hat in diesem Fall ihre einfache, direkt bezeichnende Form verloren.

Mit dem rational geprägten Gedankengut der Aufklärung treten die Bildallegorien in den Hintergrund. Sie halten sich vor allem in der Volkskunst, aus der heraus sie zeitweise für politische oder gesellschaftliche Bewegungen wieder instrumentalisiert werden.

Wandel der Bildallegorie

Malerei und bildende Kunst bieten sich besonders gut an, um abstrakten Ideen eine Gestalt zu geben. So waren Bildallegorien mit genau dieser Intention schon in der Antike weitverbreitet. Im Mittelalter werden sie vor allem im Kontext der christlichen Lehre verwendet. Ihren vorläufigen Höhepunkt erleben sie in Renaissance und Barock, wo neue Allegorien dazukommen. Grundsätzlich lässt sich beobachten, dass die Bilder im Wandel der Zeit immer mehrschichtiger und kryptischer werden. Folgerichtig verlieren die Bildallegorien mit Aufkommen des Rationalismus an Bedeutung.
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